US-Präsident Donald Trump ist in der Taiwan-Frage auf China zugegangen. In einem Telefonat mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping sagte Trump nach Angaben des Weißen Hauses, er werde das Prinzip der Ein-China-Politik respektieren, wonach China Taiwan als abtrünnige Provinz betrachtet. Trump habe dem auf Nachfrage von Xi zugestimmt, hieß es. Das Gespräch sei "extrem herzlich" gewesen. Beide Präsidenten hätten Einladungen ausgesprochen, sich in ihren jeweiligen Ländern zu besuchen.

Chinas Präsident begrüßte die Zusage von Trump, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. Die Ein-China-Politik sei "die politische Grundlage der Beziehungen", wurde Xi Jinping zitiert. Mit der Doktrin fordert die Führung in Peking, dass kein Land diplomatische oder offizielle Beziehungen zu der demokratischen Inselrepublik unterhalten darf, die Peking seit dem Ende des Bürgerkrieges in China 1949 als abtrünnige Provinz betrachtet.

In der Vergangenheit hatte China die Vorstöße des US-Präsidenten im Zuge der Ein-China-Politik kritisiert. Trump hatte nach seiner Wahl mit dem US-Protokoll gebrochen und mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen telefoniert. Auch hatte er öffentlich und wiederholt die Ein-China-Politik infrage gestellt und der Volksrepublik unterstellt, ihre Währung künstlich niedrig zu halten, um sich Handelsvorteile zu verschaffen.

Ob die Präsidenten auch über dieses Thema gesprochen haben, blieb allerdings offen. Der Austausch zwischen beiden Regierungen solle nach dem Telefonat in Gang kommen, hieß es von beiden Seiten.