Wie eine Schallplatte, die wieder und wieder über den gleichen Kratzer springt, wird Donald Trump offenbar nicht müde, die amerikanischen Medien zu attackieren. "Sie sind sehr smart, sehr durchtrieben, sehr unehrlich", sagte der Präsident in seiner Rede vor der Conservative Political Action Conference (CPAC) in Maryland. "Fake-News erzählt nicht die Wahrheit. Es repräsentiert nicht das Volk, und wird es auch niemals."

Vor wenigen Tagen bezeichnete Trump diverse US-Medien auf Twitter noch als "Feind des Volkes". "Ich habe Fak-Nnews einen 'Feind des Volkes' genannt, weil sie keine Quellen haben – die erfinden das Zeug einfach", sagte Trump in seiner Rede und fügte hinzu, dass der Titel nur für "unehrliche Reporter" gelte. Was unterdessen anscheinend direkte Konsequenzen für mehrere Medien hatte, die kurz nach der Rede von einer informellen Pressekonferenz ausgeschlossen wurde, darunter CNN, die New York Times und Politico. Die Mehrheit dieser Medien hatte am Vorabend übrigens noch über eine mögliche Absprache zwischen Weißem Haus und FBI berichtet.

Trump kennt das Geschäft. Im Wahlkampf gab er Reportern vielfach inoffizielle Statements, um seiner Agenda den nötigen Spin zu verpassen. In einer Rede wie dieser hier punktet er selbstverständlich damit, sich über anonyme Quellen zu erheben. Nach seiner zehnminütigen Tirade über die Medien sagte er dann plötzlich, dass Kritik ihn "nicht tangiere" und machte weiter im Text.

Eine Charmeoffensive zum Beginn

All das klang eingangs wie eine weitere Wahlkampfrede, wie man sie davor von Trump unzählige Male gehört hatte in den vergangenen Monaten, obwohl der Mann seit 35 Tagen im Amt ist. Der eigentliche Grund für seinen Auftritt bei der konservativen Tagung CPAC war so auch ein anderer. Die Person Donald Trump (zweimal geschieden, dreimal verheiratet, grelles Auftreten, hält seine eigenen Bücher für wichtiger als die Bibel) wirkt trotz seines Wahlsieges im November auf viele Konservative nicht wie ein Konservativer. Da die dreitägige CPAC-Konferenz das vielleicht wichtigste Klassentreffen Konservativer in den USA ist, wollte Trump hier nach Amtsantritt noch einmal besondere Überzeugungsarbeit leisten.

Die begann er mit einer Charmeoffensive ("Großartig hier zu sein, ich liebe diesen Ort. Das hier sind meine Freunde"), gefolgt von der erneuten Medien-Kritik und am Ende einem teils nüchternen Abriss seiner Vision für das Land: Die Mauer werde gebaut, versprach Trump, Präsident Obamas Gesundheitsreform rückgängig gemacht, Steuern für den Mittelstand gekürzt, neue Handelsabkommen unterzeichnet und die Militärausgaben dramatisch angehoben.

All das war bekannt und in der Vergangenheit zigfach von Trump versprochen worden. Leidenschaftlicher zeigte er sich in den Passagen, die seine nationalistische Agenda umwarb: "Globale Zusammenarbeit, Austausch mit anderen Ländern, sich mit anderen Ländern verständigen, all das ist eine gute Sache. Aber so etwas wie eine globale Hymne, eine globale Währung oder eine globale Flagge existiert nicht. Ich repräsentiere lediglich eins: die Vereinigten Staaten von Amerika."

Trumps Erweckungsmoment

2011 hatte Donald Trump schon einmal auf der CPAC-Bühne gestanden. Damals wurde er noch ausgebuht, als er den Publikumsliebling Ron Paul als "unwählbar" bezeichnete und bloß wie ein aufgeblasener Unternehmer mit einer TV-Sendung daherkam. Dabei war diese Rede eine Art Erweckungsmoment – für ihn wie für die Öffentlichkeit: "Meine erste große politische Rede war bei CPAC. Ich habe damals die Aufregung genossen. Danach wurden Umfragen dazu gemacht, die durch die Decke gingen. Dabei hatte ich mich zu der Zeit ja nicht einmal um ein Amt beworben", sagte Trump jetzt im überfüllten Saal des Gaylord National Resort & Convention Center in National Harbor, südlich von Washington, DC. "Und diese Umfragen haben mich natürlich auf eine Idee gebracht."

Heute ist Donald Trump der 45. Präsident der USA, er kann ganz anders auftreten als 2011. Und doch wirkte der erste Tagungstag der Konferenz vor Trumps Rede wie ein Überzeugungslehrgang, die hier anwesende konservative Bewegung noch einmal auf die Amtsbefugnis des Präsidenten einzuschwören.

Den Anfang machte die Trump-Vertraute und Alternative-Fakten-Erfinderin Kellyanne Conway. Es werde nicht lange dauern, dann würde CPAC zu TPAC werden – wie nach Trump benannt also. Trump würde der Konferenz seinen Stempel aufdrücken, wollte sie damit sagen. Obwohl sein Profil nicht ganz dem eines Konservativem gleiche, so Conway, sei Trump doch der richtige Mann im Weißen Haus. "Jede großartige Bewegung, so wie die konservative Bewegung, kann nach einer gewissen Zeit ein bisschen staubig werden. Sie kann einen Schuss frische Energie vertragen", sagte Conway. "Er ist der erste Kandidat seiner Art – ein Nicht-Politiker, ein wahrer Outsider, der antritt, um das System durchzurütteln."