US-Präsident Donald Trump ist weiterhin davon überzeugt, Barack Obama habe ihn abhören lassen. Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer sagte: "Er bleibt dabei." Damit reagierte Spicer auf eine Einschätzung des Geheimdienstausschusses des US-Senats.

Dieser hält die Überwachungsvorwürfe von US-Präsident Donald Trump gegen seinen Vorgänger Obama für haltlos. "Auf der Grundlage der uns zur Verfügung stehenden Informationen sehen wir keine Hinweise darauf, dass der Trump Tower Ziel von Überwachungsmaßnahmen irgendeines Teiles der US-Regierung war, weder vor noch nach dem Wahltag 2016", hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme des republikanischen Ausschussvorsitzenden Richard Burr und seines demokratischen Stellvertreters Mark Warner vom Donnerstag.

Donald Trump hatte Anfang März über Twitter dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama, ohne Beweise zu geben, vorgeworfen, während des Wahlkampfs den Trump Tower in New York abgehört zu haben. Der Präsident hatte am Mittwoch erklärt, in den nächsten beiden Wochen würden interessante Details an die Oberfläche kommen. Obama, sein ehemaliger Geheimdienstdirektor James Clapper sowie FBI-Chef James Comey hatten dies deutlich zurückgewiesen.

Der US-Präsident selbst hat die Vorwürfe nun in einem Fernsehinterview am Mittwoch relativiert. Er habe sich auf Medienberichte gestützt, sagte Trump. In den von ihm genannten Berichten war allerdings keineswegs die Rede davon, dass Obama die Telefone im Trump Tower habe anzapfen lassen. Auch das Weiße Haus hat die Vorwürfe zuvor abgeschwächt. Trump habe den Begriff "abhören" nicht wörtlich gemeint, da er ihn in Anführungszeichen gesetzt habe, sagte Trumps Sprecher Sean Spicer.

Vor der Mitteilung des Geheimdienstausschusses hat bereits der Vorsitzende des US-Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, gesagt, er sehe keine Hinweise für eine Überwachung Trumps.

"Ich habe über einige Sachen gelesen", sagte Trump im Fernsehen. Er verwies auf einen Artikel der New York Times vom 20. Januar und "andere Dinge", die er zu dem Thema gelesen habe. Trump hat die New York Times wiederholt als "unehrlich" und "versagend" beschimpft. Er hielt in seinem Interview dennoch an seinem Spähangriffvorwurf fest.

Er habe in seinen damaligen Botschaften über Twitter nicht die Telefonüberwachung im engeren Sinne gemeint, sondern viele mögliche Formen der Überwachung. Trump sagte auch, dass er nicht ausführlicher über seine Vorwürfe sprechen wolle, da seine Regierung dem Geheimdienstausschuss "sehr bald" neue Informationen dazu übermitteln werde.