Die Staatsanwaltschaft in Ägypten hat der Freilassung des früheren Staatschefs Hosni Mubarak zugestimmt. Das gab der Anwalt des 88-Jährigen bekannt. Der im Februar 2011 gestürzte Mubarak war Anfang März im letzten gegen ihn geführten Strafverfahren freigesprochen worden.

"Er kann nach Hause, wenn die Ärzte beschließen, dass er dazu in der Lage ist", sagte der Anwalt Farid al-Deeb. Mubarak wird in einem Militärkrankenhaus in Kairo festgehalten. Der Anwalt sagte, Mubarak werde nicht das Recht haben, Ägypten zu verlassen.

Das oberste Berufungsgericht hatte ihn in einem endgültigen Urteil vom Vorwurf freigesprochen, eine Mitschuld am Tod Hunderter Demonstranten zu haben. Der Volksaufstand in Ägypten hatte im Februar 2011 zum Sturz Mubaraks geführt. In einem ersten Prozess wegen der Tötung von Demonstranten war Mubarak 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hob das Urteil jedoch auf und ordnete ein neues Verfahren an. Ein Strafgericht ließ die Anklage danach fallen. Allerdings entschied das oberste Berufungsgericht später, dass das Verfahren wieder aufgenommen werden müsse. 

Der Berufungsprozess hatte ursprünglich im November 2015 begonnen, war aber wegen des schlechten Gesundheitszustandes von Mubarak und aus Sicherheitsgründen mehrfach vertagt worden. Der 88-Jährige soll schwer krank sein und lebt seit Langem in einem Kairoer Militärkrankenhaus. Mubarak war kurz vor dem Urteil erstmals vor Gericht erschienen. Er beteuerte seine Unschuld.

Bereits Anfang 2016 hatte ein ägyptisches Gericht eine dreijährige Haftstrafe gegen den Ex-Langzeitherrscher und seine zwei Söhne wegen Korruption bestätigt. Die Angeklagten hatten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Millionenbeträge veruntreut und damit Luxusresidenzen gekauft. Diese Strafe haben sie bereits abgesessen.

Auf den Volksaufstand folgten Jahre der politischen Instabilität. Dies führte zu einem Rückgang der Touristenzahlen, verschreckte Investoren und hatte einen Einbruch der Wirtschaftsleistung Ägyptens zur Folge.

Migration - Deutschland und Ägypten verstärken Zusammenarbeit Deutschland und Ägypten wollen in Migrationsfragen enger zusammenarbeiten. Man habe eine intensivere Kooperation bei Fragen des Grenzschutzes zu Libyen und Fluchtrouten besprochen. Schleuserkriminalität wolle man bekämpfen. © Foto: Soeren Stache/dpa