Der Angriff am britischen Parlament in London mit vier Toten und 20 Verletzten hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilte mit, sie habe mit Bestürzung von den Angriffen auf Passanten und Polizisten im britischen Parlament und in dessen Nähe erfahren. "Ich denke in diesen Stunden in Anteilnahme und Solidarität an unsere britischen Freunde und an alle Menschen in London."

Weiter hieß es in ihrer Erklärung, "auch wenn der Hintergrund dieser Taten noch präzise aufzuklären ist, bekräftige ich für Deutschland und seine Bürger: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens". Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte: "In diesen Stunden sind wir Deutsche dem britischen Volk in besonderer Weise verbunden."

Am späten Mittwochabend verurteilte die britische Premierministerin Theresa May den mutmaßlichen Terroranschlag von London scharf. Es sei eine "kranke und verkommene" Tat gewesen, sagte sie am Mittwochabend bei einer Rede vor ihrem Amtssitz in der Downing Street. Die Briten würden sich davon aber nicht unterkriegen lassen. "Morgen früh wird das Parlament wie üblich zusammentreten."


Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sprach von einem "Anschlag gegen uns alle". Mit dem Attentat auf das Parlament habe man das "Herz der Demokratie angreifen" wollen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte, die Deutsche Botschaft in London stehe in engem Kontakt mit den zuständigen britischen Behörden und bemühe sich um Aufklärung. Unklar war zunächst, ob auch deutsche Staatsangehörige unter den Opfern der Attacken sind.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz äußerte sich "schockiert" über die Nachrichten aus London. Was auch immer die Hintergründe des Angriffs seien, seine Gedanken seien mit den Opfern und ihren Familien, twitterte er auf Englisch.

US-Präsident Donald Trump hat der britischen Premierministerin Theresa May am Telefon seine Beleidsbekundung mitgeteilt. Laut offizieller Mitteilung lobte er die Arbeit die Arbeit der Sicherheitskräfte und Ersthelfer. Trump sagte May die Unterstützung der USA bei der Aufklärung der Tat zu. US-Außenminister Rex Tillerson nannte die Tat einen "schrecklichen Gewaltakt" und sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. In New York wurden der Polizei zufolge die Sicherheitsvorkehrungen für britische Einrichtungen verstärkt.

Die britische muslimische Ramadhan Stiftung veröffentlichte ein Statement, in dem sie von einer Terrorattacke sprach. Man bete für die Opfer und Angehörigen und danke der Polizei und Sicherheitskräften. Justin Welby, der Erzbischof von Canterbury, twitterte: "Ich bete heute Abend für diejenigen, die um geliebte Menschen trauern, und für die Verletzten und Traumatisierten dieses brutalen und sinnlosen Angriffs."

"Der Terrorismus betrifft uns alle", sagte Frankreichs Präsident François Hollande. Es werde deutlich, "dass man sich auf europäischer Ebene organisieren muss, und sogar darüber hinaus". EU-Ratspräsident Donald Tusk bot Großbritannien Hilfe an. Europa stehe gegen Terrorismus an der Seite der Briten.

Die EU-Kommission zitierte ihren Präsidenten Jean-Claude Juncker auf Twitter entsetzt und betroffen. Er sei bei den Opfern des Angriffs und habe nicht genügend Worte um zu beschreiben, wie er sich fühle.

Der luxemburgische Regierungschef Xavier Bettel sagte seine für diesen Mittwoch geplante Reise in die britische Hauptstadt ab. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sprach in seinem Tweet von einem Terrorangriff, den die Türkei aufs Schärfste verurteile.

Das schottische Parlament verschob die für den Abend geplante Abstimmung über ein neues Unabhängigkeitsreferendum. Eigentlich hätten die Abgeordneten in Edinburgh nach einer zweitägigen Debatte am Mittwoch darüber abstimmen sollen, ob sie eine Abspaltung von Großbritannien anstreben. Das britische Parlament kündigte am Abend an, am Donnerstag zu den geplanten Zeiten zu tagen.