Das Flüchtlingscamp von Calais, genannt "Dschungel", wurde im Herbst vergangenen Jahres geräumt. Dennoch kommen weiter Migranten in der nordfranzösischen Hafenstadt an, die von dort weiter nach Großbritannien gelangen wollen. Um ein erneutes Camp zu verhindern, hat Bürgermeisterin Natacha Bouchart von den konservativen Republikanern Hilfsorganisationen verboten, Mahlzeiten an Flüchtlinge auszugeben.  

In der Nähe des alten Camps seien entsprechende offizielle Aushänge angebracht worden, berichtet die britische Zeitung Guardian. "Reguläre, andauernde Präsenz von Individuen, die Essen an Migranten austeilten" würden in der Nähe des alten Camps den Frieden und die Sicherheit bedrohen, zitiert das Blatt das offizielle Schreiben. Unterstützung bekommt Bürgermeisterin Bouchart dabei von Innenminister Bruno Le Roux. Bei einem Besuch vor Ort sagte er, er wolle "kein neues Camp" in Calais. Er betonte laut Medienberichten allerdings, er wolle nicht generell die Verteilung von Essen verbieten.

Eine Helferin die sich weigerte, dem Aufruf der Stadt Folge zu leisten, sagte dem Guardian, die Polizei habe sie mit Tränengas beschossen als sie versuchte, unter 30 Minderjährigen Frühstück zu verteilen. Sie kündigte an, das Verbot der Stadt in Zukunft zu ignorieren. Außerdem hat die Stadt NGOs inzwischen untersagt, Flüchtlingen Duschen bereitzustellen.

Obwohl das Camp offiziell geräumt ist, kommen immer noch Flüchtlinge an. Nach eigenen Angaben teilte die Hilfsorganisation rund 250 Essen täglich aus. Andere Quellen sprechen von 400 Migranten, die in den vergangenen Wochen nach Calais zurückgekehrt seien. Vor der Räumung des Camps im Oktober hielten sich rund 6.000 Migranten in dem Camp auf. Frankreich versucht seitdem, die Flüchtlinge an anderen Orten im Land unterzubringen.