Nur bleiben in diesem Fall Zweifel, ob sich da mit China überhaupt etwas bewegen lässt. Peking hat bei allem Atomwahnsinn in Nordkorea und allen Frechheiten von Diktator Kim Jong Un gegenüber den chinesischen Verbündeten nur wenig Willen gezeigt, effektiv auf die Kim-Diktatur einzuwirken. Zu groß war die Sorge vor einem Zusammenbruch des Militärregimes und einer möglichen "Übernahme" Nordkoreas durch das wohlhabende Südkorea. Und je mehr und besser sich die Nordkoreaner bewaffnen, desto weniger politische Hebel hat man selbst in Peking, um den Irrsinn zu beenden.

Am Ende waren Tillersons Worte vom Sonntag möglicherweise aber doch mehr eine Beruhigungspille, auch wenn sie wahrscheinlich höchst unbedacht gesetzt waren. Am Freitag war nämlich bereits durchgesickert, dass die Trump-Regierung neue Waffenlieferungen für Taiwan plane, was sicher zu Ärger mit China führt. Darin enthalten sein könnten auch Raketenabwehrsysteme und Raketen zum Kampf gegen Kriegsschiffe, verlautete aus US-Regierungskreisen.

Dass Trump auf eine softe Linie umgeschwenkt ist, bezweifelt auch der amerikanische China-Experte Bill Bishop. Er verweist auf den drohenden "Autokrieg", vom dem die Washington-Insider von Axios vermuten, dass er schon bald von der US-Regierung eingeleitet werden könnte. Trump und einige seiner Berater wollen gegen die aus ihrer Sicht ungerechte Handelspolitik zwischen China und den USA vorzugehen. Als Erstes würde man Peking demnach mit dem Handel und der Produktion von Autos – einem der größten Industriemärkte weltweit – unter Druck setzen.