Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump werden erstmals am 6. und 7. April in Florida zusammentreffen. Nach Angaben des Pekinger Außenministeriums werden die Gespräche im Golfclub Mar-a-Lago stattfinden. Vorher werde der chinesische Präsident einen Zwischenstopp in Finnland einlegen.

Das Treffen der beiden Spitzenpolitiker wird mit Spannung erwartet. Im Mittelpunkt dürften das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm, die Spannungen im Süd- und Ostchinesischen Meer, die Handelsstreitigkeiten und der Umgang mit Taiwan stehen, das China nur als abtrünnige Provinz ansieht.

Trump hatte besonders im Wahlkampf eine härtere Gangart gegenüber Peking signalisiert. In einem Telefonat mit Xi Jinping im Februar zeigte sich Trump aber versöhnlich – ähnlich wie Außenminister Rex Tillerson bei einem jüngsten Besuch in Peking.

Nach Einschätzung von US-Experten gibt es Anzeichen, dass Nordkorea gegenwärtig einen neuen Atomtest vorbereiten könnte. Nach der Auswertung von Satellitenbildern berichtete das US-Korea-Institut an der Johns-Hopkins-Universität am Mittwoch von verdächtigen Bewegungen auf dem Testgelände im Nordosten des Landes.

Nordkorea hat bisher fünf Atomtests unternommen, den letzten und stärksten im September. Der UN-Sicherheitsrat hatte daraufhin die Sanktionen gegen das Regime verschärft. Trump hofft, dass China den Druck auf seinen Nachbarn verstärken kann. Peking hingegen will, dass Washington direkte Gespräche mit Pjöngjang aufnimmt.

Im Vorfeld sorgt ein möglicher Spionagefall für Wirbel. Eine Mitarbeiterin des US-Außenministeriums soll von chinesischen Geheimdienstmitarbeitern über fünf Jahre Geschenke im Wert von mehreren zehntausend Dollar angenommen und darüber gelogen haben. Gegen Candace Claiborne wurde am Mittwoch Anklage erhoben, wie das Justizministerium in Washington mitteilte.

Die 60-Jährige, die in Peking und Shanghai gearbeitet und eine Freigabe für streng geheime Informationen hatte, unterhielt demnach Kontakte zu zwei chinesischen Agenten. Claiborne plädierte vor Gericht auf nicht schuldig. Auf Fragen sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, er habe keine Informationen dazu.