Die französische Justiz hat die Ermittlungen gegen den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon ausgeweitet. Das berichten französische Medien unter Berufung auf Justizkreise. Demnach gehe es nun auch um den Verdacht des "schweren Betrugs und der Fälschung". Laut Le Monde geht die Staatsanwaltschaft dem Vorwurf nach, dass Fillon falsche Dokumente ausstellte, um die Zahlungen an seine Frau Penelope zu rechtfertigen.

Gegen Fillon wird seit Mitte März ermittelt. Ihm wird vorgeworfen, insgesamt rund eine Million Euro Staatsgeld an seine Familie gezahlt haben. Zuerst wurde bekannt, dass er seiner Frau Penelope für mehr als 900.000 Euro scheinbeschäftigte. Der größte Teil ihres Gehalts soll aus der Staatskasse gekommen sein, auch noch nach 2007, als Fillon Premierminister wurde.

Der konservative Kandidat soll zudem während seiner Zeit als Senator zwei seiner Kinder als Mitarbeiter beschäftigt haben. Deren Einkünfte beliefen sich auf 84.000 Euro, berichtete Canard Enchaîné.

Fillon selbst hat die Vorwürfe immer wieder bestritten. Seine Frau habe für ihr Gehalt gearbeitet, sagte er auf einer Pressekonferenz im Februar. Er hat zudem ausgeschlossen, von seiner Kandidatur für die Präsidentschaftswahl zurückzutreten. "Ich wurde von Millionen Franzosen gewählt", sagte er im Februar. "Keine Instanz hat das Recht, meine Kandidatur zurückzuziehen."