"Großbritannien ist unser drittwichtigster Exportpartner", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Im vierten Quartal 2016 seien die deutschen Exporte nach Großbritannien bereits um neun Prozent zurückgegangen.

Umso deutlicher plädierte der Verbandspräsident für harte Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien. Die EU-Mitgliedschaft beruhe auf der Dienstleistungs-, Waren- und Kapitalverkehrsfreiheit sowie der Arbeitnehmerfreizügigkeit. "Großbritannien will nun von den drei erstgenannten profitieren, die Arbeitnehmerfreizügigkeit jedoch abschaffen", sagte er den Zeitungen. "Das geht nicht, schon allein, weil sich dann Nachahmer finden könnten."

Die Briten hatten am 23. Juni 2016 in einem Referendum mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Anfang der Woche gab das Parlament grünes Licht für das Brexit-Gesetz, Königin Elizabeth II. unterzeichnete es am Donnerstag. Damit kann Premierministerin Theresa May nun offiziell in Brüssel nach Artikel 50 des EU-Vertrages den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union beantragen. Britische Medien gehen davon aus, dass dies bis Ende März geschehen wird. Danach können die zweijährigen Verhandlungen mit der EU beginnen.

Neben der Sorge um die Exporte nach Großbritannien fürchten deutsche Handels- und Industrievertreter Einbußen in den USA; sie äußerten sich besorgt über Donald Trumps Pläne, den Freihandel einzuschränken.