Irakische Truppen haben im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) die Al-Nuri-Moschee in Mossul eingekreist. Wie Radio Vatikan unter Berufung auf irakische Quellen berichtet, stehen die Kämpfer inzwischen 600 Meter vor dem symbolisch wichtigen Bethaus. Kampfhubschrauber nahmen Stellungen der Extremisten in der Altstadt mit Maschinengewehren und Raketen unter Beschuss.

In der jahrhundertealten Moschee hatte IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi 2014 ein Kalifat ausgerufen – der IS entstand. Der Verlust des Gebäudes wäre für die Islamisten eine harte Niederlage.

Die irakische Armee hat bereits den Ostteil und große Teile des Westteils Mossuls zurückerobert. Zuletzt nahm sie auch den Bahnhof ein.

Mossul

Eine Kampfpause wegen schlechten Wetters nutzten Tausende Bewohner, um vor den Gefechten zu flüchten. Unter ihnen waren vor allem Frauen und Kinder. Mehrere Bewohner schilderten, sie hätten seit Wochen kaum etwas gegessen. In der umkämpften Stadt leben schätzungsweise noch 600.000 Menschen. 

Die Dschihadisten leisten mit Granaten, Scharfschützen sowie von Selbstmordattentätern gelenkten Autos Widerstand. Schätzungsweise 2.000 IS-Kämpfer sind noch in Mossul. Laut den irakischen Streitkräften lässt der Widerstand jedoch nach. Dafür spreche, dass der IS mittlerweile vor allem Autobomben einsetze.

Im April Eroberung von Rakka

Bei der Offensive gelang es den Sicherheitskräften nach eigenen Angaben auch, einen wichtigen IS-Kommandeur festzunehmen. Dabei handele es sich um den örtlichen Chef der Diwan al-Hisba – einer Art Religionspolizei, die die Einhaltung der scharfen IS-Regeln durchsetzen soll.

Mossul ist die letzte Stadt des IS im Irak. Auch im benachbarten Syrien stehen die Islamisten unter Druck: Dort soll nach kurdischen Angaben im April die Rückeroberung des IS-Zentrum Rakka beginnen, wo noch viele IS-Anführer vermutet werden.

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