Die syrische Armee hat damit begonnen, die antike Oasenstadt Palmyra von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu befreien. Dabei sind die Truppen in ein Viertel im Westen der Stadt vorgerückt, berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, die Armee habe mehrere Gebiete im Umfeld der Oasenstadt zurückerobert. Dabei sei auch die Zitadelle am Rande der Oasenstadt unter Beschuss genommen worden, hieß es aus Militärkreisen. Die Eroberung der Stadt sei "nur noch eine Frage der Zeit".

Die Ruinen zählen seit 1980 zum Unesco-Weltkulturerbe. Die IS-Terrormiliz hatte die Stadt im Lauf des syrischen Bürgerkriegs bereits zweimal unter ihre Kontrolle gebracht. Erstmals hatten die Extremisten die Stadt im Mai 2015 eingenommen und mehrere historische Gebäude und Tempelanlagen zerstört. Rund zehn Monate später konnten syrische Regierungskräfte die Stadt mithilfe russischer Luftangriffe wieder unter Kontrolle bringen. Allerdings fiel Palmyra im Dezember vergangenen Jahres erneut in die Hände der Islamisten. 

Unterdessen haben russische Kampfflugzeuge nach US-Angaben versehentlich Truppen bombardiert, die mit den Vereinigten Staaten verbündet sind. Bei dem Angriff auf kleine Dörfer im Norden Syriens habe es mehrere Opfer gegeben, sagte US-General Stephen Townsend.
Nach seinen Angaben hatten die russischen Luftverbände die Ortschaften zusammen mit Flugzeugen der syrischen Regierungsarmee angegriffen. Die Attacke sei unter der falschen Annahme geführt worden, dass sich in den Dörfern Kämpfer des IS aufhielten.

AFP/Getty
Wer kämpft in Syrien?

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Zerrissenes Land

Mehr als 400.000 Menschen sind in Syrien getötet worden, seit der Konflikt im Frühjahr 2011 als friedlicher Protest gegen die Regierung begann. Das Assad-Regime reagierte mit Gewalt, seine Gegner griffen zu den Waffen – heute herrscht Bürgerkrieg.

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Seit Beginn des Bürgerkriegs sind große Teile Syriens der Kontrolle des Regimes entglitten. Sie werden von unterschiedlichsten Milizen gehalten. Auch von außen erfahren die Kriegsparteien Unterstützung, und andere Länder greifen in den Krieg ein.

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Verhandlungen für eine politische Lösung sind immer wieder gescheitert, ebenso mehrere Waffenruhen. Humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung ist kaum möglich. So bleibt es dabei: Jeder kämpft seinen eigenen Krieg, ein Frieden ist nicht in Sicht.

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Tatsächlich seien dort Truppen der Syrisch-Arabischen Koalition gewesen, sagte Townsend. Es handelt sich dabei um eine Untergruppe der mehrheitlich kurdischen Demokratischen Syrischen Kräfte (SDF). Die USA unterstützen die SDF mit Ausrüstung, Munition und Militärberatern in ihrem Kampf gegen den IS.

Laut Townsend hielten sich US-Soldaten weniger als fünf Kilometer entfernt von den Angriffsorten auf. Die Angriffe hätten aufgehört, nachdem das US-Militär die russische Seite über eine spezielle Hotline kontaktiert habe.

Das syrische Regime von Baschar al-Assad wird in dem Krieg von Russland unterstützt. Die USA fliegen ihrerseits seit 2014 an der Spitze einer internationalen Koalition Luftangriffe gegen den IS und andere radikale Islamistengruppen. Um Kollisionen im Luftraum zu verhindern, tauschen die USA und Russland Daten über Flugbewegungen im syrischen Luftraum aus.

Der Krieg in Syrien begann im März 2011, seitdem sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 310.000 Menschen getötet und Millionen weitere in die Flucht getrieben worden. Seit die syrische Armee mit Unterstützung Russlands die Stadt Aleppo zurückerobern konnte, hat sich das Kräfteverhältnis zugunsten des syrischen Regimes verschoben. Derzeit führen die Konfliktparteien Friedensgespräche in Genf. Die neue Verhandlungsrunde – inzwischen als Genf IV bezeichnet – baut auf einer Waffenruhe auf, die von Russland und der Türkei nach der Eroberung Aleppos ausgehandelt wurde.