Der ehemalige Premierminister Manuel Valls hat angekündigt, bei der kommenden Präsidentschaftswahl in Frankreich für Emmanuel Macron zu stimmen. "Ich spiele meine Rolle und ich sage, dass ich für Emmanuel Macron stimmen werde", sagte Valls den Fernsehsendern RMC und BFM-TV.

Der ehemalige Premierminister sagte, seine Entscheidung sei kein "Anschluss an eine politische Bewegung", sondern die "Wahl der Vernunft". Er verfolge den Wunsch, einen möglichen Wahlerfolg des Front National und dessen Kandidatin Marine Le Pen zu verhindern. "Ich will keine Risiken im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl eingehen", sagte Valls.

Macron bedankte sich für die Unterstützung Valls'. Er sagte, er selbst sei der "Garant für die Erneuerung" der Politik. Er wolle "ein neues Kapitel aufschlagen", also mit den vergangenen fünf, beziehungsweise den vergangenen 20 Jahren brechen.

Frankreich-Wahl - Von "Frexit" bis Grundeinkommen Durch zahlreiche Skandale treten Inhalte im französischen Wahlkampf in den Hintergrund. Ein Überblick, wofür die fünf aussichtsreichsten Kandidaten eintreten. © Foto: Jeff J Mitchell/Getty Images

Es ist überraschend, dass sich Valls Macron unterstützt. Valls war selbst in den französischen Vorwahlen für die sozialistische Partei angetreten, konnte sich aber nicht gegen Benoît Hamon durchsetzen. Hamon vertritt ein betont linkes Programm und will beispielsweise die europäische Sparpolitik beenden und Marihuana legalisieren. Macron, der von 2006 bis 2009 Mitglied der sozialistischen Partei war, tritt bei der Präsidentschaftswahl als unabhängiger Kandidat der BewegungEn Marche! an.

Der sozialliberale Reformpolitiker Macron, der zwischen 2014 und 2016 unter dem damaligen Premier Valls Wirtschaftsminister war, gilt derzeit als Favorit für die Präsidentschaftswahl. Hamon dagegen ist so gut wie chancenlos. Umfragen sagen derzeit eine Stichwahl zwischen Macron und Le Pen voraus.