Das US-Militär hat etwa 400 zusätzliche Soldaten in Syrien stationiert. Die Spezialkräfte sollen für eine begrenzte Zeit den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) unterstützen, sagte der Sprecher der US-geführten Anti-IS-Koalition, John Dorrian.

Eine Gruppe von Marines wurde in die Nähe der Stadt Rakka entsandt. Die Stadt im Norden Syriens gilt als Hauptstadt des IS und wird seit Jahren von den Dschihadisten kontrolliert. Die US-Soldaten sollen die Rückeroberung der Stadt mit Artilleriefeuer unterstützen. Sie würden aber nicht direkt an der Front eingesetzt, sagte Dorrian.

Die von den USA angeführte internationale Koalition unterstützt den Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak mit Luftangriffen. Bislang waren rund 500 US-Soldaten in Syrien stationiert, darunter Spezialkräfte, Ausbilder und Sprengstoffexperten.

Das Bündnis versucht derzeit, Rakka vollständig zu isolieren; die letzte große Straße, die aus der Stadt hinausführt, soll bereits abgeriegelt sein. Die Mission laufe "sehr, sehr gut" sagte Dorrian, würde aber noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Einem Bericht der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge starben in den vergangenen Stunden bei den Kämpfen um die Stadt zahlreiche Zivilisten. 23 Zivilisten, darunter acht Kinder, seien getötet worden, teilte die Beobachtungsstelle aus London mit. Der Vorfall habe sich in der Ortschaft al-Matab südöstlich von Rakka ereignet.

Bereits unter US-Präsident Barack Obama hatte der IS in den vergangenen Monaten große Teile seines Territoriums verloren. Der neue US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, den Kampf gegen die Miliz verstärken zu wollen. Unter anderem deswegen will Trump den Verteidigungshaushalt der USA um 54 Milliarden US-Dollar aufstocken. Unter Obama sei die USA zu zögerlich gewesen, hatte Trump mehrfach kritisiert. Sein Verteidigungsminister James Mattis soll für das militärische Vorgehen gegen die Dschihadisten eine Reihe von Optionen vorgelegt haben, die derzeit diskutiert werden.

Auch in Afghanistan fordern ranghohe Militärs eine Aufstockung der US-Truppen im Kampf gegen den IS. Der Kommandeur des unter anderem für Afghanistan zuständigen US-Zentralkommandos, General Joseph Votel, plädierte im Senat dafür, wieder mehr Soldaten in das Land zu schicken, damit die Beratungs- und Ausbildungsmission effizienter werde. Insgesamt befinden sich 8.400 US-Soldaten in dem Land.