Die USA und China wollen künftig gemeinsam mäßigend auf Nordkorea einwirken. "Wir werden zusammenarbeiten, um zu schauen, ob wir die Regierung in Pjöngjang zu einem Punkt bringen können, an dem sie bereit zu einer Kurskorrektur ist und sich von der Entwicklung von Atomwaffen abwendet", sagte US-Außenminister Rex Tillerson nach einem Treffen mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi. Konkrete Schritte nannten die beiden allerdings nicht.

Zugleich kündigten die Außenminister an, auch grundsätzlich enger miteinander kooperieren zu wollen. Dies werde "zur Stärkung der Beziehung zwischen China und den Vereinigten Staaten" führen, sagte Tillerson. Er sei zuversichtlich, dass sich das chinesisch-amerikanische Verhältnis "in die richtige Richtung entwickeln" werde.

Die USA haben China in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, nicht genug zu unternehmen, um der Bedrohung durch Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm zu begegnen. Zwar teilt China die Sorgen bezüglich der atomaren Aufrüstung von Nordkorea, weitreichendere Maßnahmen lehnt es bisher aber ab. Tillerson hatte kürzlich angekündigt, dass die USA militärische Maßnahmen gegen Nordkorea nicht mehr ausschließen würden.

Nordkorea hat im vergangenen Jahr zwei Atomwaffenversuche und eine Reihe von Raketentests durchgeführt. Es verstieß damit gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Vor zwei Wochen feuerte das Militär des Landes vor seiner Ostküste vier Raketen ins Meer ab. Seit dem ersten Atomwaffentest Nordkoreas im Jahr 2006 beschloss der Sicherheitsrat bereits sechs Sanktionsrunden. Während Tillersons Asienreise hatte das nordkoreanische Militär laut staatlichen Medien einen neuen Raketenantrieb getestet.