Die ehemalige südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye muss wegen Korruptionsverdacht in Untersuchungshaft. Ein Justizsprecher in Seoul teilte mit, dass Park verhaftet worden sei. Nach der Anordnung der Untersuchungshaft durch ein Bezirksgericht in Seoul kann die Staatsanwaltschaft Park nun für 20 Tage im Gefängnis behalten, bevor sie Anklage erhebt. Zuvor war Park fast neun Stunden lang zu den Korruptionsvorwürfen befragt worden. 

Der einstigen Spitzenpolitikerin werden Erpressung, Machtmissbrauch und Bestechlichkeit vorgeworfen. Gemeinsam mit ihrer Vertrauten Choi Soon Sil und einem Regierungsberater soll sie Unternehmen erpresst haben. Auch der Elektronikhersteller Samsung soll davon betroffen gewesen sein. Die Firmen seien von Park und ihren Partnern gezwungen worden, umgerechnet rund 63,7 Millionen Euro an zwei Nichtregierungsorganisationen zu spenden. Die Organisationen sollen von Choi kontrolliert worden sein. Sie sitzt mittlerweile in Haft.

Mit den Spenden an die Nichtregierungsorganisationen sollen sich die drei bereichert haben. Die Unternehmen erklärten den Ermittlern, dass sie aus Angst vor Nachteilen bei der Vergabe von staatlichen Aufträgen oder Steuerprüfungen nicht hätten ablehnen können.

Park selbst wies von Anfang an jegliche Beteiligung von sich. Dennoch leitete das von der Opposition kontrollierte Parlament im vergangenen Dezember ein Amtsenthebungsverfahren gegen die damalige Staatspräsidentin ein. Am 10. März entschied das Verfassungsgericht, dass sie ihren Posten tatsächlich abgeben muss – und damit auch ihre Immunität vor Strafverfolgung. Am Montag stellte die Staatsanwaltschaft dann einen Haftantrag.

Bis Anfang Mai müssen die Südkoreaner nun einen Nachfolger Parks wählen. Meinungsumfragen sprechen dem Liberalen Moon Jae die größten Chancen zu. Er hatte die letzte Wahl 2012 gegen Park verloren.