Niederlande - Rutte siegt bei Parlamentswahl Mark Rutte kann weiterregieren, muss aber neue Koalitionspartner finden. Der Rechtspopulist Geert Wilders erhält weniger Sitze im Parlament als er erhofft hatte. © Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Die rechtsliberale Partei von Ministerpräsident Mark Rutte hat bei der Parlamentswahl die rechtspopulistische Herausforderung in Person von Geert Wilders klar abgewehrt. Nach aktuellen Hochrechnungen deutet alles auf eine neue Regierung unter Ruttes Führung hin. Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte telefonisch, wie ihr Regierungssprecher via Twitter mitteilte:

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) schloss sich den Glückwünschen an und gratuliert sogar in der Landessprache. "Niederlande, oh Niederlande, du bist ein Champion! Wir lieben Oranje für sein Handeln und sein Tun! Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis!", schrieb er und fügte hinzu: "Niederlande, Ihr seid ein Champion." Für ihn ist das Wahlergebnis auch ein Zeichen der Stärke der Demokratie:  

Als Erfolg für Europa wertete auch Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) das Votum der Niederländer. Es sei ein gutes Zeichen, dass ein rechtsextremer Kandidat wie Wilders nicht gewonnen habe, sagte Gabriel. Er sei nun im Hinblick auf die Frankreich-Wahl optimistisch.

Wolfenbüttel - Gabriel und Schulz begrüßen Ausgang der Niederlande-Wahl SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat den Ausgang der Parlamentswahl in den Niederlanden als Absage der Wähler an den Rechtspopulisten Geert Wilders gewertet. © Foto: Kay Nietfeld/dpa

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte, eine überwältigende Mehrheit der Niederländer habe der "Hetze von Geert Wilders und seiner unsäglichen Haltung gegenüber ganzen Bevölkerungsgruppen" eine klare Absage erteilt. Er sei erleichtert. Dennoch müsse weiterhin alles für ein offenes und freies Europa getan werden:

Frankreichs Staatspräsident François Hollande gratulierte Rutte zu seinem "deutlichen Sieg gegen den Extremismus". Die Offenheit, der Respekt für andere und der Glaube an Europas Zukunft seien die einzig wahren Antworten auf nationalistische Regungen und Isolationismus, sagte Hollande. 

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker wertete den Sieg als "Votum für Europa, ein Votum gegen Extremisten", wie sein Sprecher Margaritis Schinas twitterte.