Nordkorea hat während der Chinareise des amerikanischen Außenministers Rex Tillerson laut staatlichen Medien einen neuen Raketenantrieb getestet. Staatschef Kim Jong Un habe dem erfolgreichen Test beigewohnt und ihn als "historischen Sieg" bezeichnet, berichtete die Nachrichtenagentur KCNA. Der neue Antrieb werde dem Land helfen, "Weltklasseniveau beim Befördern von Satelliten zu erreichen", berichtet die Agentur. Der Versuch habe den Schub des Antriebs bestätigen und die Zuverlässigkeit des Kontrollsystems messen sollen.

Laut der Regierung des international isolierten Landes dient das Forschungsprogramm allein wissenschaftlichen Zwecken. Trägerraketen können jedoch sowohl zu zivilen als auch zu militärischen Zwecken eingesetzt werden. Die USA und das mit ihnen verbündete Südkorea befürchten, dass Nordkorea mit solchen Tests sein militärisches Raketenprogramm vorantreibt.

Der Test erfolgte während eines Treffens von US-Außenminister Rex Tillerson mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Zuvor hatte Tillerson angekündigt, ein Präventivangriff gegen Nordkorea sei nicht mehr auszuschließen. Er forderte China zudem auf, Sanktionen gegen Nordkorea durchzusetzen. Konkrete Beschlüsse zu Nordkorea wurden bei dem Treffen jedoch nicht gefasst.

Zwar teilt China die Sorge der Amerikaner bezüglich der atomaren Aufrüstung von Nordkorea, lehnt drastische Maßnahmen aber ab. Die chinesische Regierung will eine direkte Konfrontation oder einen Zusammenbruch des isolierten Landes vermeiden.

Nordkorea hat im vergangenen Jahr zwei Atomwaffenversuche und eine Reihe von Raketentests durchgeführt. Es verstieß damit gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Vor zwei Wochen feuerte das Militär des Landes vor seiner Ostküste vier Raketen ins Meer ab. Seit dem ersten Atomwaffentest Nordkoreas im Jahr 2006 beschloss der Sicherheitsrat bereits sechs Sanktionsrunden.