Die syrisch-kurdischen Einheiten machen Fortschritte auf dem Weg nach Rakka, das der "Islamische Staat" (IS) zu seiner Hauptstadt ausgerufenen hat. Nach eigenen Angaben nahmen sie einen Militärflugplatz in der Nähe der nordsyrischen IS-Hochburg ein. Die strategisch wichtige Basis bei Tabka sei am Sonntag erobert worden, teilten die von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) mit.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete ebenfalls von der Einnahme des Flughafens, der rund 45 Kilometer westlich von Rakka liegt. Die Eroberung ist der erste wichtige Sieg der SDF, seit sie am vergangenen Mittwoch von US-Flugzeugen gemeinsam mit amerikanischen Militärberatern hinter den IS-Verteidigungslinien abgesetzt worden waren.    

Der IS behauptete unterdessen, dass bei Luftschlägen der Koalition, die die USA anführen, die Tore des Tabka-Staudamms beschädigt worden seien. Daher drohe der Wasserpegel auf eine gefährliche Höhe anzusteigen. Das Bündnis dementierte die Angaben: Der Damm sei strukturell intakt und nicht angegriffen worden.

Aktivisten berichteten aus der Stadt, dass der IS den Einwohnern befohlen habe, Rakka zu verlassen. Ein Teil der Bevölkerung soll dem Aufruf gefolgt sein.  

Eine Oppositionsgruppe rief die Koalition dazu auf, bei Angriffen auf Ziele um Rakka Zivilisten zu verschonen. Man sei "zunehmend besorgt" über die Zahl ziviler Opfer, die es bei Luftangriffen auf Wohngebiete in und um die Stadt gebe, sagten Vertreter der syrischen Nationalkoalition. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte zählte allein in der vergangenen Woche 89 zivile Opfer in der Provinz Rakka.