In der zentralsyrischen Stadt Homs haben Rebellen und Zivilisten damit begonnen, das letzte von Aufständischen kontrollierte Viertel zu verlassen. Das berichteten übereinstimmend die syrischen Staatsmedien und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die der Opposition nahesteht. Das Abkommen über den Abzug aus dem Stadtteil Al-Waer war vor etwa einer Woche unterzeichnet worden. 

Mehr als 1.500 Menschen sollen zunächst abrücken, darunter etwa 500 Kämpfer, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. In einem ersten Konvoi sollen die Menschen in die Stadt Dscharabulus nahe der türkischen Grenze gebracht werden. Auch in die nordwestliche Provinz Idlib sollen Kämpfer und Zivilisten gebracht werden. Idlib ist die letzte große Bastion der bewaffneten Aufständischen. 

Weitere Konvois sollen in den kommenden Wochen folgen. Sobald die Evakuierungsaktion abgeschlossen ist, steht Homs, Syriens drittgrößte Stadt, vollständig unter Kontrolle der Assad-treuen Kräfte.

Al-Waer war das letzte Stadtviertel in Homs, das noch unter Kontrolle der Rebellen stand. Die Vereinten Nationen schätzen, dass etwa 50.000 Menschen seit Monaten in Al-Waer eingeschlossen sind. Die humanitäre Lage ist wegen der Blockade schlecht. Syriens Luftwaffe und die Armee hatten den Stadtteil Aktivisten zufolge in den vergangenen Wochen trotz der seit Ende Dezember geltenden Waffenruhe immer wieder angegriffen.