Das türkische Militär beendet seinen Einsatz im Norden von Syrien. Das gab der nationale Sicherheitsrat unter der Führung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan bekannt. Die Offensive sei "erfolgreich abgeschlossen" worden, hieß es in einer Mitteilung des Sicherheitsrates. Zeitgleich teilte auch der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım mit, die Operation Euphrat-Schild sei zu Ende.

Seit dem Einmarsch in Nordsyrien im August 2016 sind mehr als 60 türkische Soldaten getötet worden. Einen Abzug der dort verbliebenen Soldaten erwähnte Yıldırım nicht. Auch schloss er weitere Einsätze in Syrien nicht aus. Die türkischen Soldaten kämpfen in der Grenzregion gegen kurdische Milizen und die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Die Türkei verfolgte mit dem Einsatz die Absicht, die eigene Grenze zu Syrien abszusichern. Seit Beginn des Einsatzes hatte das türkische Militär mit Unterstützung von Rebellen ein etwa 2.000 Quadratkilometer großes Gebiet unter ihre Kontrolle gebracht. Durch die Operation Schutzschild Euphrat gelang es der türkischen Armee und den unterstützten Rebellen schnell, den IS von der türkisch-syrischen Grenze zu verdrängen. Bei Al-Bab im Norden des Landes geriet die Offensive aber bereits im Dezember ins Stocken.

Zudem sollte der Einsatz aber auch verhindern, dass die Kurden in der Region weitere Gebiete erobern. Die Türkei ging deshalb immer wieder gegen Stellungen der syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vor. Die YPG sind enge Verbündete der USA im Kampf gegen den IS. Aus Sicht der Türkei ist die YPG eng mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden. Die Regierung in Ankara betrachtet die PKK und die YPG als terroristische Vereinigungen.

Die Türkei gehört zu den schärfsten Gegnern der Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad, der von Russland unterstützt wird. Zugleich treibt die Türkei gemeinsam mit Russland die Bemühungen um Friedensverhandlungen in Syrien voran.

Allerdings war auch das Verhältnis zwischen der Türkei und Russland in den vergangenen Jahren immer wieder angespannt. Im November 2015 schoss das türkische Militär einen russischen Kampfjet ab, weil dieser in den türkischen Luftraum eingedrungen war. Die russische Luftwaffe wiederum bombardierte in Nordsyrien versehentlich türkische Truppen und tötete dabei drei Soldaten. Später hieß es aus Moskau, der Einsatz habe dem IS gegolten. 

AFP/Getty
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