Einen Tag nach Trumps Ankündigung, zugunsten vom Militär bei Entwicklungshilfe und Umweltschutz zu sparen, hat UN-Generalsekretär António Guterres die USA vor den Konsequenzen plötzlicher Mittelkürzungen gewarnt. "Abrupte Mittelkürzungen können zu spontanen Schritten zwingen, die den Erfolg längerfristiger Reformbemühungen untergraben", sagte Guterres laut seinem Sprecher zu Trumps Haushaltsvorschlag. Guterres habe sich zu einer finanziellen Reform der Vereinten Nationen bereit erklärt.

Trump will unter anderem Zahlungen an UN-Klimaprogramme streichen, darunter der im Pariser Klimaschutzabkommen verankerte Klimafonds für Entwicklungsländer. "Die UN geben in vielen Bereichen mehr Geld aus als sie sollten und belasten die Vereinigten Staaten in vielerlei Hinsicht finanziell stärker als andere Länder", sagte Trumps UN-Botschafterin Nikki Haley. Trump hatte die Vereinten Nationen zuvor als "Club, in dem Leute sich treffen, reden und eine gute Zeit haben" kritisiert.

Die USA sind der mit Abstand größte Beitragszahler der Vereinten Nationen: Sie schultern 2016 und 2017 etwa 22 Prozent des regulären Budgets von 5,4 Milliarden Dollar (5 Milliarden Euro). Darüber hinaus tragen sie 28 Prozent des Budgets für UN-Friedenseinsätze von zusätzlichen 7,9 Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) bei. Danach folgen China und Japan mit je 10 Prozent sowie Deutschland und Frankreich mit je 6 Prozent.

Kürzungen bei UN-Friedenseinsätzen wahrscheinlich

Dasselbe gilt für die Internationale Atomenergiebehörde IAEA, die das Atomabkommen mit dem Iran überwacht. Hier zahlen die USA etwa 200 Millionen Dollar (186 Millionen Euro) und damit etwa ein Viertel des Gesamtbudgets. Außerdem zahlen die USA mit 22 Prozent (115 Millionen Dollar) den mit Abstand größten Teil des Budgets für die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Zwei UN-Diplomaten sagten dem TV-Sender CBS, sie seien wegen der bevorstehenden Kürzungen bereits vorgewarnt worden. Botschafterin Haley habe ihnen aber versichert, dass die Mittel für das reguläre UN-Budget nicht angerührt würden. Allerdings würden die Mittel für Friedenseinsätze geprüft, um sie zu kürzen, sagte ein US-Diplomat dem Sender zufolge.