US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, strengere Auflagen für Spritverbrauch und Emissionen neuer Autos vorläufig außer Kraft zu setzen. Die unter seinem Vorgänger Barack Obama festgesetzten Standards sollten neu überprüft werden, sagte Trump bei einem Besuch in Ypsilanti nahe der US-Autometropole Detroit. Die Auflagen waren als Maßnahme im Kampf gegen den Klimawandel festgeschrieben worden.

Er werde eine "neue Ära für amerikanische Jobs und Schaffung von Arbeitsplätzen" einleiten, sagte Trump. Die Automobilhersteller hatten sich zuvor beim neuen Chef der Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, massiv über die Auflagen beschwert und beklagt, dass diese zum Verlust von Arbeitsplätzen führen würden. Pruitt gilt als Klimawandel-Skeptiker.

Der Lobbyverband Auto Alliance begrüßte die Entscheidung des Präsidenten. Dieses Thema betreffe mehr als sieben Millionen US-Bürger, deren Jobs von der Autoproduktion abhingen, sowie die Aufofahrer im Land, "die bezahlbaren Transport anstreben", teilte der Verband mit.

Kampf gegen "industrietötende Regulierungen"

Konkret geht es bei Trumps Plänen um die Standards für Spritverbrauch und Emissionen, welche die EPA nur wenige Tage vor Abtritt der Obama-Regierung für Modelle der Jahre 2022 bis 2025 festgelegt hatte. Demnach soll der Durchschnittsverbrauch von Autos und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2025 auf 54,5 Meilen pro Gallone sinken. Das entspricht knapp 4,5 Liter pro 100 Kilometer. Der vorgeschriebene Verbrauch würde damit im Vergleich zum Jahr 2010 um etwa die Hälfte reduziert werden.

Die von Trump angeordnete Überprüfung trägt nun der EPA auf, bis April 2018 zu entscheiden, ob dieser Standard angemessen ist. Sollte die Behörde entscheiden, dass er nicht angemessen ist, legt sie einen neuen Wert fest. "Meine Regierung wird unermüdlich dafür arbeiten, industrietötende Regulierungen zu eliminieren", sagte Trump. 

Trump hatte seit seinem Amtsantritt regelmäßig bekräftigt, dass er Umweltauflagen lockern oder abschaffen will, da sie der Schaffung von Jobs im Wege stünden. EPA-Chef Pruitt war zuvor als Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Oklahoma einer der vehementesten Gegner der Umweltbehörde. Jüngst sorgte er für Aufsehen, als er anzweifelte, dass Industrie, Verkehr und andere menschliche Aktivitäten primär für die globale Klima-Erwärmung verantwortlich sind.

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