Erstmals in der Geschichte der USA wird die Tochter eines US-Präsidenten Mitarbeiterin im Weißen Haus. Donald Trumps Tochter Ivanka wird künftig als Assistentin des Präsidenten fungieren. Sie werde allerdings kein Gehalt bekommen, kündigte die sogenannte First Daughter an. Sie habe die Bedenken von Kritikern zur Kenntnis genommen. Zuvor hatte Ivanka Trump bekannt gegeben, ein Büro im Westflügel des Regierungssitzes zu beziehen und Sicherheitsüberprüfungen zu durchlaufen, ohne jedoch Teil der US-Regierung zu sein. Dies hatten Ethikexperten kritisiert.

Ivanka Trump wird nach Angaben ihrer Anwältin Jamie Gorelick ihre finanzielle Lage offenlegen, so wie es für Mitarbeiter des Bundes vorgesehen ist. Zudem werde sie ethischen Richtlinien unterliegen. In einer Erklärung begrüßte das Weiße Haus Trumps Schritt. Die New York Times hatte zuerst über die Personalie berichtet.

Ivanka Trumps Entscheidung zeige, dass sie sich der Einhaltung von Regeln verpflichtet fühle, sagte ihre Anwältin Gorelick weiter. Sie sei zudem offen gegenüber den Ansichten von Kritikern. Ivanka Trump habe sich bereits um Distanz zu ihren Geschäftsinteressen bemüht. Sie ist zwar weiterhin Besitzerin ihres Markennamens. Das Alltagsgeschäft in ihrem Unternehmen gab sie jedoch bereits an den Vorsitzenden ab. Zudem hatte sie veranlasst, dass der Konzern keine Verträge im Ausland abschließen darf; bei neuen Vertragsabschlüssen hat sie ein Vetorecht. Eine Führungsposition in der Trump Organization hatte Ivanka Trump ebenfalls abgegeben; sie erhält dort künftig ein festes Gehalt und keine Gewinnanteile mehr.

In der vergangenen Woche hatten mehrere Anwälte und Regierungsbeobachter in einem Brief an den Berater des Weißen Hauses, Don McGahn, ihre Bedenken geäußert. Sie forderten ihn auf, Ivanka Trumps Dienste für ihren Vater – ohne dass sie eine offizielle Regierungsmitarbeiterin war – zu überprüfen. Grund sind Vorschriften zu Transparenz und Ethik, ein US-Gesetz verbietet beispielsweise Interessenskonflikte. Norman Eisen, Ethikberater von Ex-Präsident Barack Obama sagte, es sei gut, dass sich das Weiße Haus nun besonnen habe. "Lasst uns hoffen, dass es kein isolierter Moment der Vernunft war", sagte Eisen. Er hatte den Brief an das Weiße Haus mitunterzeichnet.