Einer Secret-Service-Mitarbeiterin ist ein Dienstlaptop gestohlen worden, auf dem sich unter anderem Grundrisse und Evakuierungspläne für den Trump Tower in Manhattan befinden. Donald Trump wohnte bis zu seiner Vereidigung im Trump Tower, seine Frau Melania und sein Sohn Barron leben weiterhin dort.

Der Secret Service, der für den Personenschutz von US-Präsident Donald Trump und dessen Familie zuständig ist, bestätigte den Vorfall am Freitag. Pressesprecherin Cathy Milhoan beschwichtigte aber: "Die Laptops des Secret Service haben ein vielschichtiges Sicherheitssystem, sind komplett verschlüsselt und es dürfen keine geheimen Informationen darauf gespeichert sein." Der Fall werde untersucht.

Die Lokalzeitung New York Daily News berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, die Informationen auf dem Laptop könnten die nationale Sicherheit gefährden. "Darauf sind streng geheime Daten gespeichert", sagte ein Beamter der Zeitung und behauptete damit das Gegenteil der Pressesprecherin. "Sie suchen wie verrückt danach."

Der Laptop ist demnach schon am Donnerstagmorgen aus dem Auto einer Agentin in Brooklyn gestohlen worden; seither hätten Beamte danach gesucht. Sprecherin Milhoan bestätigte, ein zusammen mit dem Laptop gestohlener Rucksack der Agentin sei mittlerweile gefunden worden.

Der Fernsehsender CNN berichtete, aus dem Auto seien auch Anstecknadeln entwendet worden, die die Agentin brauchte, um Zugriff auf Informationen zum Personenschutz von US-Präsident Trump, Hillary Clinton, dem Papst und der UN-Generalversammlung zu bekommen. Nach Angaben des Senders ABC befinden sich auf dem Laptop darüber hinaus Informationen zu Hillary Clintons E-Mail-Affäre. Während des Wahlkampfes hatte Trump eine Gefängnisstrafe für seine Rivalin gefordert, weil sie während ihrer Zeit als Außenministerin einen privaten E-Mail-Server genutzt hatte.

Eindringling am Weißen Haus

Unabhängig davon meldete der Secret Service eine weitere Sicherheitspanne: Vor einer Woche gelang es einem Mann demnach, nachts über den Zaun des Weißen Hauses zu klettern, wo sich Donald Trump zu dem Zeitpunkt aufhielt. Nach 16 Minuten auf dem Außengelände sei er festgenommen worden, teilte der Sicherheitsdienst mit. Er sei nicht in das Innere des Weißen Hauses gelangt.

Laut dem Nachrichtensender CNN handelt es sich um einen 26-jährigen Kalifornier. Nach Angaben der Washington Post hatte er einen Rucksack mit zwei Tränengaskartuschen bei sich. Der Zeitung zufolge drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Der republikanische Abgeordnete Jason Chaffetz bezeichnete den Zwischenfall als große "Blamage". Der Eindringling habe sich dem Weißen Haus nähern und an einem Türgriff rütteln können.

Der Zaun um das Weiße Haus gilt als Schwachstelle beim Personenschutz für den US-Präsidenten; er soll demnächst verstärkt werden. Im September 2014 war es einem verwirrten Ex-Soldaten gelungen, mit einem Klappmesser bewaffnet ins Weiße Haus einzudringen. Er kletterte über den Sicherheitszaun des Weißen Hauses und wurde erst überwältigt, nachdem er durch eine Tür in den Nordflügel des Gebäudes gelangt war.

Update: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, aus dem Auto des Secret Service seien auch Passwörter entwendet worden. Das war ein Übersetzungsfehler, wir haben den Satz korrigiert.