Das Weiße Haus hat die Festnahmen Hunderter friedlicher Demonstranten kritisiert und Russland dazu aufgefordert, die inhaftierten Demonstranten freizulassen. Regierungssprecher Sean Spicer sagte, die US-Regierung verurteile die "Festnahmen Hunderter friedlicher Demonstranten in ganz Russland" entschieden.

Die Festnahmen bezeichnete Sean Spicer als "einen Affront gegen wesentliche demokratische Werte". Weltweit hätten Menschen einen Anspruch auf eine transparente und verantwortliche Regierung, aber auch auf die "Fähigkeit, ihre Rechte ohne Angst vor Strafe auszuüben".

Neben dem Weißen Haus verurteilten auch die Europäische Union und das US-Außenministerium das Vorgehen der Reaktion der Polizei: Das Vorgehen der Polizei habe Grundrechte von Bürgern verletzt, sagte eine EU-Sprecherin. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, dass "die Festnahmen von friedlichen Demonstranten, Menschenrechtsbeobachtern und Journalisten ein Angriff auf die zentralen Werte der Demokratie" seien.

Nach den landesweiten Protesten gegen Regierungskorruption in Russland wurde der russische Oppositionspolitiker und Putin-Kritiker Alexej Nawalny zu einer 15-tägigen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht in Moskau befand zudem, dass Nawalny bei seiner Festnahme am Sonntag Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet habe. Wegen der Organisation der Demonstrationen wurde er zudem zu einem Bußgeld von umgerechnet etwa 320 Euro verurteilt. 

Am Wochenende sind in zahlreichen russischen Städten Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Korruption zu protestieren. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe OWD-Info wurden allein in Moskau mehr als 700 Menschen festgenommen, darunter auch Nawalny und ein Journalist des Guardian.

Erst Anfang Februar hatte der Menschengerichtshof die vielen Verhaftungen von Alexej Nawalny zwischen 2012 und 2014 als "willkürlich" verurteilt. Die Straßburger Richter sahen es als erwiesen an, dass diese Festnahmen ohne hinreichende Begründung erfolgt waren und der Menschenrechtsaktivist deshalb der Willkür des russischen Staats ausgesetzt war.