US-Präsident Donald Trump hat im Zusammenhang mit seinen unbelegten Abhörvorwürfen gegen Barack Obama nun auch dessen Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice beschuldigt. Er glaube, dass diese ein Verbrechen begangen habe, sagte Trump in einem Interview mit der New York Times.

Trump weigerte sich, weitere Details und Belege zu seinen Behauptungen zu nennen. Dies werde er "zur richtigen Zeit" tun. "Ich denke, es wird die größte Geschichte sein", sagte er. "Es ist so eine wichtige Geschichte für unser Land und die Welt. Es ist eine der großen Geschichten unserer Zeit." Ermittler, Geheimdienste und führende Politiker in Washington haben bisher jedoch keinerlei Beleg dafür gefunden, dass der früherer US-Präsident Trump und seine Mitarbeiter abgehört hat.

Konkret geht es darum, dass Rice die Namen von Trump-Verbündeten in Akten von Geheimdiensten entschwärzt hat, die auf mutmaßliche Verbindungen nach Moskau hindeuten. Die Offenlegung von Namen in solchen Unterlagen ist erlaubt, wenn dies zum Verständnis der Informationen beiträgt. Trump-Unterstützer werfen Rice vor, dies aus politischen Gründen getan zu haben. 

Rice hatte den Schritt am Dienstag im Sender MSNBC damit begründet, die Berichte seien anders nicht zu verstehen gewesen. Bisher gibt es keinen Beleg dafür, dass Rice die Namen weitergegeben oder anderweitig illegal benutzt hat. Rice hatte die Vorwürfe bereits zuvor zurückgewiesen. Am Mittwoch sagte ihre Sprecherin, die Ex-Sicherheitsberaterin werde den "lächerlichen Vorwurf" des Präsidenten nicht durch einen Kommentar "ehren".

Unterdessen sagte ein Mitglied des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus dem Fernsehsender CNN, dass Rice auf der Zeugenliste für eine Befragung in dem Gremium stehe. Es untersucht Vorwürfe, nach denen Russland Einfluss auf den US-Wahlkampf genommen haben soll und das Trump-Team in Kontakt mit Moskau stand.

Besonders in der Kritik steht der frühere Sicherheitsberater von Trump, Michael Flynn. Er sprach noch vor Trumps Amtseinführung mit dem russischen Botschafter in den USA. Rice sagte, sie habe keine Details über Flynns Anruf durchsickern lassen.