Nach den Anschlägen auf zwei christlich-koptische Kirchen in Ägypten mit mindestens 44 Toten hat das Parlament die Verhängung des Ausnahmezustands beschlossen. Die Maßnahme solle am heutigen Montag ab 13 Uhr gelten und drei Monate lang dauern, hieß es vom Kabinett. Präsident Abdel Fattah al-Sissi hatte den Ausnahmezustand als Konsequenz aus den Anschlägen am Sonntag angekündigt.

Wenn der Ausnahmezustand gilt, haben die Sicherheitskräfte erweiterte Befugnisse, um das Vorgehen gegen Extremisten zu vereinfachen. Die Selbstmordattentate hatte der "Islamische Staat" (IS) für sich reklamiert.

Die Bundesregierung verurteilte die Anschläge: Es seien abscheuliche Taten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er appellierte an die ägyptischen Muslime, sich solidarisch mit der christlichen Minderheit im Land zu zeigen. Die Kopten bräuchten nicht nur den Schutz der Sicherheitskräfte.

Koptische Christen zählen zu den ältesten Kirchengemeinden der Welt. Sie stellen rund zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung und sind wiederholt Ziel von Anschlägen islamischer Extremisten geworden.

Auch die Regierungen der beiden mehrheitlich islamischen Länder Malaysia und Indonesien verurteilten die Terroranschläge. Malaysias Ministerpräsident Najib Razak erklärte, der IS wolle Muslime und Christen spalten. "Unsere stärkste Antwort darauf ist, dass wir zusammenstehen und als vereinte Front diese nihilistische Bedrohung bekämpfen." Indonesien erklärte, solidarisch zu der Regierung und dem Volk Ägyptens zu stehen. Auch der jordanische König Abdullah II. sagte Ägypten Unterstützung im Kampf gegen den Terror zu.