Erstmals seit dem Jahr 2000 hat der US-Staat Arkansas zwei zum Tode verurteilte Häftlinge an einem Tag exekutiert. Marcel Williams wurde am Montagabend um 22.33 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt, 17 Minuten nach der Injektion einer Giftspritze. Früher am Abend war Jack Jones in der gleichen Zelle hingerichtet worden. Eine Bundesrichterin hatte die zweite Exekution zunächst vorläufig ausgesetzt. Hintergrund ist ein Notfallantrag der Anwälte des zweiten Todeskandidaten, Marcel Williams, die bei der ersten Hinrichtung von Jack Jones Probleme anprangerten. Bei diesem sei 45 Minuten lang versucht worden, die Spritze in den Nacken einzustechen, bis es schließlich an anderer Stelle geschehen sei. Er habe außerdem nach Luft geschnappt.

Die Anwälte argumentieren, dass Williams aufgrund seines Übergewichts schreckliche Schmerzen während der Prozedur erleiden könnte. Beide Männer waren bis vor den Supreme Court gezogen und hatten dort bereits argumentiert, dass eine Hinrichtung für sie aus gesundheitlichen Gründen besonders schmerzhaft seien könnte. Das oberste Gericht hatte jedoch beide Einsprüche abgewiesen.

Der Häftling Jack Jones war um 19.20 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt worden. In seiner letzten Erklärung teilte er mit, dass ihm seine Verbrechen leid täten. 1995 hatte er eine Frau vergewaltigt und ermordet. Er entschuldigte sich bei der Tochter des Opfers, die bei dem Angriff damals verletzt worden war. Williams war ebenfalls wegen Vergewaltigung und Mordes verurteilt worden.

Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, wollte ursprünglich bis Ende April acht Häftlinge hinrichten lassen, weil das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam abläuft. Hutchinson hatte deshalb per Dekret die größte Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet.

Das Vorhaben sorgte weltweit für Kritik und Proteste. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte den US-Bundesstaat auf, die "Fließband"-Hinrichtungen zu stoppen. Bei den Fällen der Todeskandidaten gebe es zahlreiche rechtliche Bedenken. Auch die Europäische Union sowie die Bundesregierung in Berlin protestierten gegen die geplanten Exekutionen.

In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische und auch amerikanische Pharmafirmen weigern, den Behörden Nachschub zu liefern. Midazolam steht bereits seit Langem in der Kritik, weil es offenbar nicht stark genug ist, um Schmerzen der Todeskandidaten zu vermeiden.