Die armenischen Republikaner haben die Parlamentswahl des Landes gewonnen. Die Partei von Präsident Sersch Sargsjan kam nach Auszählung aller Stimmen am Montagnachmittag auf 49 Prozent der Stimmen. Für die oppositionelle Allianz des Geschäftsmannes Gagik Zarukjan stimmten 27 Prozent der Wähler.

Es war die erste Wahl seit einem Umbau von einem präsidialen hin zu einem parlamentarischen Regierungssystem. Dabei erhält der Präsident vornehmlich repräsentative Aufgaben.

Bereits vor Schließung der Wahllokale hatte die Opposition den Vorwurf des Wahlbetrugs erhoben. "Wir haben zahlreiche Verstöße gegen das Wahlgeheimnis registriert, außerdem Fälle von mehrfacher Stimmabgabe", sagte Oppositionspolitiker Howsep Churschudjan der Nachrichtenagentur AFP.

Vor der Wahl hatten bereits ausländische Beobachter und Oppositionspolitiker Bedenken hinsichtlich der Einhaltung demokratischer Standards geäußert. Die EU-Vertretung und die US-Botschaft in der armenischen Hauptstadt Jerewan zeigten sich in der vergangenen Woche besorgt wegen Berichten über "Wählereinschüchterung, Stimmenkauf und über systematischen Einsatz von Staatsressourcen zur Unterstützung bestimmter Parteien".

Sargsjan selbst hatte die Verfassungsänderung vorangetrieben. Seine politischen Gegner werfen ihm vor, damit nur seine politische Karriere weiterführen zu wollen. Sargsjan steht seit 2008 an der Spitze Armeniens. Im kommenden Jahr wäre seine zweite Amtszeit ausgelaufen. Die Verfassungsänderung sieht vor, dass die Exekutivmacht 2018 vom Präsidenten auf den gewählten Regierungschef des Landes übergeht.