Wenige Tage vor seinem ersten Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping hat US-Präsident Donald Trump mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht, sollte die Regierung in Peking das Regime in Pjöngjang nicht zum Einlenken im Streit um sein Atomprogramm bewegen. "China hat großen Einfluss auf Nordkorea. Und China wird entweder beschließen, uns mit Nordkorea zu helfen, oder nicht", sagte Trump der Financial Times.

Sollte die Regierung in Peking helfen, werde dies "sehr gut für China", andernfalls wäre es "für niemanden gut", sagte Trump. In diesem Fall würden die USA alleine gegen Nordkorea vorgehen. Wenn China das Problem Nordkorea nicht löse, "werden wir es tun", sagte Trump. "Mehr will ich Ihnen dazu nicht sagen."

Trump wird sich am 6. und 7. April erstmals mit Xi treffen. Bei ihren Gesprächen in Florida geht es unter anderem um Handelsfragen sowie um den Konflikt mit dem Regime des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un.

Nordkorea trieb im Vorjahr ungeachtet aller UN-Resolutionen sein Atomprogramm voran. Bisher hat das Land fünf Atomtests unternommen, den letzten und stärksten im September. Nordkorea trifft nach Einschätzung von US-Experten aktuell Vorbereitungen für einen weiteren Atomtest.

Trumps stellvertretende Sicherheitsberaterin K.T. McFarland sagte der Financial Times, es sei möglich, dass Nordkorea bis zum Ende der ersten Amtszeit der aktuellen Regierung über mit Atomwaffen bestückbare Raketen verfüge, welche die USA erreichen könnten.

Einem US-Regierungsvertreter zufolge arbeiten Sicherheitsberater an einem Bericht zu den Optionen der USA, mit denen sich das Atomprogramm eindämmen ließe. Darin sei eine Reihe von wirtschaftlichen und militärischen Maßnahmen enthalten, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Der Schwerpunkt liege jedoch darauf, neue Sanktionen zu erlassen und verstärkten Druck auf China auszuüben.