US-Präsident Donald Trump vermisst seinen alten Job. "Ich liebte mein früheres Leben", sagt der ehemalige Immobilien-Unternehmer in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich habe so viele verschiedene Dinge gemacht." Er arbeite als Präsident mehr als früher. "Ich dachte, es wäre leichter." Am Samstag ist Trump 100 Tage Staatsoberhaupt.

Trump hatte bereits über die Zeit vor seiner politischen Karriere gesagt, kein Privatleben zu haben. Nun zeigte er sich überrascht, wie wenig privaten Spielraum ihm das Präsidentenamt lässt. Er müsse sich immer noch an seinen Personenschutz rund um die Uhr und andere Einschränkungen gewöhnen. "Du lebst wirklich in deinem eigenen, kleinen Kokon. Die Sicherheitsmaßnahmen sind so massiv, dass du wirklich nirgendwo hingehen kannst", sagt Trump. Wenn er das Weiße Haus verlässt, wird er in einem SUV oder einer Limousine gefahren. Er vermisse es, selber hinter dem Steuer zu sitzen. "Ich liebe es zu fahren", sagt der Präsident.

Allerdings sind auch viele Dinge im Leben des 70-Jährigen gleich geblieben. Oft fahre der Präsident zu Treffen mit Freunden oder früheren Geschäftspartnern, um Rat zu suchen. Seine politischen Berater hätten gelernt, das zu akzeptieren.

USA - Trumps Außenpolitik Donald Trumps Außenpolitik wirkt erratisch. Welche Ziele verfolgt die US-Administration derzeit? © Foto: Josh Edelson/Getty Images

Trump beschäftigt noch immer der Wahlkampf gegen seine demokratische Kontrahentin Hillary Clinton. "Hier, ihr könnt das nehmen, das ist die Landkarte mit der endgültigen Auszählung", sagt Trump. Er reicht Karten der USA über den Schreibtisch im Oval Office, dem Büro des Präsidenten. Die Regionen, in denen seine Republikaner gesiegt haben, sind rot gefärbt. "Das ist wirklich gut, nicht wahr?", sagt Trump. "Das Rote, das sind wir." Für jeden der drei Reuters-Reporter liegen Fotokopien der Karten bereit.

Trumps Verhältnis zu den Medien ist angespannt. Schon während des Wahlkampfes geriet er mit vielen Medien aneinander. Weil er sich ungerecht behandelt fühlt, hat er seine Teilnahme am traditionellen Jahresessen der White-House-Korrespondenten diesen Samstag abgesagt. "Aber ich würde nächstes Jahr kommen, absolut", sagt der Präsident.

Trump spricht bei Waffenlobby

Am Freitagabend tritt Trump nach 99 Tagen in seinem Amt bei der mächtigen Waffenlobby National Rifle Association (NRA) auf. Seine Rede ist der erste Auftritt eines amtierenden US-Präsidenten bei der Lobbyvereinigung seit Ronald Reagan vor fast 35 Jahren.

In einem Video zu der Rede wies NRA-Präsident Wayne LaPierre bereits im Vorfeld auf die engen Beziehungen zwischen Trump und den Waffenlobbyisten hin. "NRA-Mitglieder und Waffenbesitzer haben dabei geholfen, Präsident Trump nach ganz oben zu bringen", sagte LaPierre.

Der Republikaner war im Wahlkampf von der NRA unterstützt worden. Als Präsidentschaftskandidat trat er im Mai 2016 ebenfalls bei der Jahresversammlung der NRA auf und versprach, das in der US-Verfassung festgeschriebene Recht auf Waffenbesitz zu verteidigen. "Ich werde euch nicht hängen lassen", sagte Trump unter heftigem Applaus. Er selbst sei langjähriges Mitglied der NRA und einer von Millionen Amerikanern, die eine Erlaubnis zum Tragen von Feuerwaffen hätten.