Nach dem Angriff auf die syrische Luftwaffe hat US-Präsident Donald Trump mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britischen Premierministerin Theresa May über die Lage in Syrien beraten. Sowohl Merkel als auch May hätten in den Telefonaten ihre Unterstützung für den US-Angriff bekundet, hieß es aus dem Weißen Haus.

Alle drei seien sich einig darüber gewesen, dass es wichtig ist, Syriens Staatschef Baschar al-Assad für den mutmaßlichen Giftgasangriff zur Verantwortung zu ziehen, bei dem am vergangenen Dienstag mindestens 86 Menschen getötet wurden, so das Weiße Haus. Trump hatte als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der Nacht zum Freitag einen syrischen Luftwaffenstützpunkt bombardieren lassen.

Die britische Regierung erklärte, May und Trump seien übereingekommen, dass nun versucht werden muss, den Kreml davon zu überzeugen, dass seine "Allianz mit Assad nicht länger im strategischen Interesse" Moskaus sei. Der bevorstehende Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in der russischen Hauptstadt sei eine Gelegenheit, um den Grundstein für eine "dauerhafte politische Lösung" zu legen. Tillerson wird am Dienstag zu zweitägigen Gesprächen in Moskau erwartet.

Kampf gegen IS bleibt Priorität

Bei dem US-Angriff auf einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe sind nach Angaben des amerikanischen Verteidigungsministeriums 20 Prozent der einsatzfähigen syrischen Kampfflugzeuge zerstört worden. Das gab US-Verteidigungsminister James Mattis jetzt bekannt. Zusätzlich seien Tankanlagen und Luftabwehrsysteme zerstört oder beschädigt worden, heißt es.

Die syrischen Regierungstruppen seien damit nicht mehr in der Lage, auf diesem Stützpunkt Maschinen zu betanken oder neu zu bewaffnen. "Die syrische Regierung wäre schlecht beraten, noch einmal chemische Waffen zu benutzen", sagte Mattis. 

Laut dem Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, bleibt die Bekämpfung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) oberste Priorität für die USA. Die USA streben demnach weiterhin die Einrichtung von Sicherheitszonen in Syrien an und schließen dabei auch eine Zusammenarbeit mit Russland nicht aus. Die Menschen wollen ihr Land nicht verlassen müssen, sondern verlangen nach Sicherheit, so Spicer. "Den Konflikt zu deeskalieren, den IS in Schach zu halten, das ist die größte humanitäre Entlastung, die wir leisten können."

Auch auf dem G7-Gipfel im italienischen Lucca ging es um die Lage in Syrien. Der britische Außenminister Boris Johnson brachte neue Sanktionen gegen Moskau ins Gespräch, Außenminister Sigmar Gabriel sagte hingegen, dass es darum gehen müsse, wie die internationale Gemeinschaft – mit Russland und dem Iran – den Friedensprozess in dem Bürgerkriegsland vorantreiben könne. Es müsse alles dafür getan werden, "die Russen aus der Ecke der Unterstützung Assads herauszubekommen", sagte Gabriel.