Im März 2016, der Wahlsieg war noch weit entfernt, bereitete der damalige Kandidat Donald Trump seine Twitter-Follower auf das baldige Ende seiner Tweets vor. "Es ist ein großartiges Werkzeug, aber als Präsident werde ich es nicht mehr sehr häufig machen", ließ Trump seine damals gut sieben Millionen Follower in einem Interview wissen.

Heute hat Trump mehr als 28 Millionen Follower, und seine Drohung hat er nie wahr gemacht. Seit dem Amtsantritt hat der Präsident mehr als 440 Tweets abgesetzt – rund 4,7 Tweets pro Tag. Die Plattform dient ihm als direkter Kommunikationskanal zu seinen Wählern, vorbei an Politik und Medien. Per Twitter verteidigt Trump – meist am frühen Morgen – seine Agenda, gibt Statements zu außenpolitischen Themen, dort attackiert er seine politischen Gegner und setzt sie unter Druck.

Bis heute verwendet Trump für seine eigenen Tweets vor allem den privaten Account @TheRealDonaldTrump. Den offiziellen Twitter-Account des Präsidenten, @POTUS, betreut meist das Personal, der Ton ist entsprechend offizieller, es finden sich vor allem Fotos von Empfängen und Treffen oder Videos von Anhörungen. Persönlich von Trump verfasste Tweets doppeln sich häufig auf beiden Accounts. Immer wieder gelingt es dem Präsidenten, mit seinen Tweets selbst zum Tagesthema zu werden. Beobachter versuchen immer wieder festzustellen, welche der Kurznachrichten tatsächlich vom Präsidenten selbst – und welche von seinen Angestellten abgesetzt werden.

Zudem analysieren Journalisten, wie sich der Ton seiner Tweets seit der Wahl verändert und welchen Themen sich der Präsident besonders häufig widmet. Mit den Medien etwa beschäftigte sich Trump seit der Wahl viermal so häufig wie davor, stellten die Kollegen des Telegraph fest. Der Hashtag #draintheswamp sei dagegen völlig verschwunden. #maga – kurz für Trumps Slogan "Make America Great Again" – tauchte seit der Wahl nur fünfmal auf. Das häufigste Füllwort sei mit 72 Erwähnungen "great".

Trump selbst folgt nur 45 Accounts. 16 davon sind entweder Medienorganisationen oder konservative Persönlichkeiten wie Bill O'Reilly oder Ann Coulter. Der Rest setzt sich aus Familienmitgliedern, Trump-Marken und Beratern zusammen.

Dies sind die ersten 100 Tage von Trumps Präsidentschaft in Tweets:

Inauguration: Am 20. Januar wird Donald Trump offiziell als 45. Präsident der USA eingeschworen. Seine Rede, aus der er in Tweets zitiert, wird von Kommentatoren als düstere Vision beschrieben, die ein Amerika darstellt, das von Arbeitslosigkeit, Gewalt und Hoffnungslosigkeit dominiert wird. Er wolle dem Volk die Macht zurückgeben:

Women's March: Nur einen Tag später gehen Hunderttausende im ganzen Land auf die Straße, um gegen die neue Regierung in Washington zu protestieren. Auch Donald Trump nimmt von den Demonstrationen Notiz:

Obwohl er die Wahl gewonnen hat und bereits im Amt ist, nagt die Tatsache, dass Hillary Clinton rund drei Millionen Stimmen mehr hatte, in den ersten Tagen an dem frisch gekürten Präsidenten: