Der britische Geheimdienst GCHQ soll bereits Ende 2015 Verbindungen zwischen dem jetzigen US-Präsidenten Donald Trump und Russland vermutet haben. Wie der Guardian mit Bezug auf anonyme Quellen berichtet, soll der britische Geheimdienst GCHQ zufällig während einer Routineuntersuchung auf "verdächtige Verbindungen" aufmerksam geworden sein. Diese sollen zwischen russischen Agenten und Trumps Wahlkampfteam bestanden haben. Mehrere andere westliche Geheimdienste, darunter auch aus Deutschland, Estland und Polen, sollen diese Verbindungen ebenfalls beobachtet haben.

Ein Sprecher des Bundesnachrichtendienstes (BND) wollte sich im Gespräch mit ZEIT ONLINE zur Sache nicht äußern und verwies auf die allgemeine Arbeitsweise des BND. "Zu seinen etwaigen Erkenntnissen berichtet der BND grundsätzlich nur der Bundesregierung und den zuständigen Gremien des Deutschen Bundestages", sagte der Sprecher.

Laut Guardian-Bericht soll außerdem ein australisches Mitglied der sogenannten Five Eyes, zu denen auch die Geheimdienste Großbritanniens, der USA, Kanadas und Neuseelands gehören, weitere Hinweise gegeben haben.

Ende 2015 sollen dem Bericht zufolge diese Informationen als Teil eines routinemäßigen Austauschs von Informationen an die USA übergeben worden sein. Im Sommer 2016 dann erneut an den damaligen CIA-Chef John Brennan.

Nach einem anfänglichen Zögern soll Brennan die GCHQ-Informationen dann verwendet haben, um mit einer Untersuchung zu beginnen. Nach dem US-amerikanischen Recht ist es US-Geheimdiensten eigentlich untersagt, die private Kommunikation von amerikanischen Bürger ohne richterliche Anordnung zu untersuchen.

Wegen der Russland-Affäre stand die Trump-Regierung seit dessen Amtsantritt im Januar immer wieder in der Kritik. So musste der Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn nach nur dreieinhalb Amtswochen zurücktreten, weil er fälschlicherweise behauptet hatte, keine Telefonate mit dem russischen Botschafter noch vor Trumps Amtsantritt geführt zu haben.

Der Geheimdienstausschuss des US-Senats hatte Ende März eine gründliche Untersuchung des Verhältnisses von Trump und Russland angekündigt. Der Vorwurf an Russland lautet, sich in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt zu haben, um Trumps Siegeschancen gegen seine Rivalin Hillary Clinton zu erhöhen. Deshalb sollten auch die Beziehungen zwischen Trump-Wahlkampfmitarbeitern und Russland geprüft werden. Trump hat die Vorwürfe immer für haltlos erklärt, auch Russland weist sie zurück.