Die ecuadorianische Wahlkommission hat den Sieg des sozialistischen Politikers Lenín Moreno bei der Präsidentschaftswahl bestätigt. Auch nach der Neuauszählung von etwa 1,3 Millionen Stimmen bleibe der knappe Vorsprung Morenos vor seinem konservativen Konkurrenten Guillermo Lasso bestehen, teilte die Behörde mit. Die Wahlbetrugsvorwürfe der Opposition seien unbegründet.

Am 2. April hatten die Bürger Ecuadors den Nachfolger von Präsident Rafael Correa gewählt, der zehn Jahre lang an der Macht war. Moreno gehört der gleichen Partei wie Correa an und hatte versprochen, den linksgerichteten Kurs der Regierung fortzusetzen. Nach offiziellem Wahlergebnis bekam Moreno gut 51 Prozent der Stimmen. Herausforderer Lasso erhielt knapp 49 Prozent.

Lasso verkündete daraufhin, sein Wahlkampfteam habe zahlreiche Ungereimtheiten bei der Wahl entdeckt und legte Beschwerde ein. Das steht im Widerspruch zu internationalen Wahlbeobachtern, die keine Unregelmäßigkeiten feststellten. Lasso forderte, dass alle Stimmen neu ausgezählt werden sollen. Die Wahlbehörde erklärte sich allerdings nur zu einer Neuauszählung von knapp zehn Prozent bereit.

Moreno erhielt mehr Stimmen durch die Neuauszählung

An der erneuten Stimmenzählung nahm Lasso nicht teil. Der frühere Banker nannte sie eine Show, mit der ein Prozess legitimiert werden solle, der alles andere als transparent gewesen sei.

Nun hat er allerdings alle Mittel ausgeschöpft, mit denen er das Wahlergebnis anfechten kann. Durch die Neuauszählung veränderte sich Lassos Stimmenanteil nicht, Morenos Ergebnis verbesserte sich hingegen um einen Hundertstel-Prozentpunkt. Der Sozialist soll sein Amt am 24. Mai antreten.