Die französische Polizei hat die Waffenverstecke der baskischen Separatistengruppe Eta aufgesucht und etwa 3,5 Tonnen Waffen, Sprengstoff und andere gefährliche Materialien gefunden. Das teilte Frankreichs Premierminister Bernard Cazeneuve mit. Die Polizeiaktion sei ruhig und ohne Gewalt abgelaufen.

Am Tag zuvor hatte die Eta der französischen Polizei ein Dokument übergeben, auf dem die Orte von acht Waffenverstecken im Südwesten Frankreichs aufgelistet waren. Die Experten der Internationalen Verifizierungskommission hatten die Organisation daraufhin als entwaffnet eingestuft.

Cazeneuve sprach von einer "entscheidenden Etappe", die erreicht sei, um den baskischen Unabhängigkeitsterrorismus zu beenden. Dem Pariser Staatsanwalt François Molins zufolge wurden Dutzende Handfeuerwaffen, Gewehre, Tausende Schuss Munition, mehrere Hundert Kilogramm Sprengstoff sowie Hunderte Zünder und Zeitschaltwerke sichergestellt. Der Fund werde inventarisiert. Die Ermittlungsergebnisse würden an die spanischen Justizbehörden weitergeleitet.

Die spanische Regierung forderte in einer Stellungnahme, die Eta müsse "ihre endgültige Auflösung verkünden, ihre Opfer um Verzeihung bitten und verschwinden". Nach der Entwaffnung habe sie mit "keinerlei Vorzugsbehandlung zu rechnen". Ministerpräsident Mariano Rajoy nannte Eta-Mitglieder Terroristen, die nicht mit Straffreiheit zu rechnen hätten.

Eta für Tod von mehr als 800 Menschen verantwortlich

Die Parteien des spanischen Baskenlandes hatten zuvor – mit Ausnahme der rechtskonservativen Volkspartei – gemeinsam dazu aufgerufen, die Entwaffnung der Eta als Schritt anzunehmen, um ein "Kapitel der Vergangenheit zu schließen" und eine "Zukunft des Zusammenlebens" aufzubauen.

Im südfranzösischen Bayonne nahmen am Samstagnachmittag Tausende Menschen an einem Fest zum "Tag der Entwaffnung" teil, die Mehrheit von ihnen aus dem spanischen Baskenland. Das Motto lautete "Wir sind alle Schmiede des Friedens".

Opfer der Eta sehen die Entwaffnung kritischer. Eine Opfervereinigung sammelte Tausende Unterschriften für einen Aufruf, in dem es heißt, die "mediatisierte Waffenübergabe" gehöre ins Reich der Propaganda und der "Selbst-Reinwaschung". Die Unterzeichner verwahrten sich gegen die Forderung, großherzig mit der Eta zu sein. Stattdessen verlangten sie von der Organisation eine Verurteilung der eigenen terroristischen Vergangenheit.

Die 1959 gegründete Eta kämpft für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Die EU hält die Separatisten für eine Terrororganisation. Bei Anschlägen durch die Eta wurden seit 1968 vorwiegend in Spanien 829 Menschen getötet. 2011 hatte die Eta einen Waffenstillstand verkündet, nachdem wichtige Mitglieder verhaftet und Waffendepots von der Polizei aufgedeckt worden waren. Derzeit soll die Eta noch etwa 30 Mitglieder haben.