Bei dem Angriff auf den syrischen Ort Chan Scheichun ist nach Angaben von Experten das Nervengas Sarin oder eine ähnliche Substanz eingesetzt worden. Dies sei nach der Analyse von Proben in vier Labors unbestreitbar, teilte die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag mit. Die Türkei hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, Belege gefunden zu haben, dass bei dem Angriff Sarin eingesetzt wurde.

Bei dem Angriff vom 4. April in der Provinz Idlib waren laut Aktivisten 87 Menschen getötet worden, davon 31 Kinder. In dem Gebiet fliegen syrische Regierungstruppen mit Unterstützung Russlands immer wieder Angriffe auf Stellungen der Aufständischen. Die USA machten das Regime von Präsident Baschar al-Assad schon vor Tagen dafür verantwortlich, die syrische Armee hatte dies stets zurückgewiesen.

Auch Frankreich ist sich sicher, dass der syrische Machthaber hinter dem Angriff steckt: Außenminister Jean-Marc Ayrault sagte am Nachmittag, seine Regierung werde in einigen Tagen Informationen dazu veröffentlichen. "Sie zeigen, dass das Regime absichtlich Chemiewaffen eingesetzt hat", sagte Ayrault. Unklar ist, ob er damit die Ergebnisse der OPVW vorwegnahm, oder ob seine Regierung weitere Beweise vorlegen wird.

Assad nannte die Vorwürfe vergangene Woche zu "hundert Prozent konstruiert". Er warf dem Westen seinerseits vor, die angebliche Attacke als "Vorwand" für den US-Luftangriff auf die syrische Armee genutzt zu haben.