Eine Untersuchung des Einsatzes von Chemiewaffen in Nordsyrien durch die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) will Russland unterstützen. Wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte, hat er mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin telefoniert. Beide hätten darin übereingestimmt, dass der fragliche Angriff von der OPCW untersucht werden solle. Es handele sich um eine unabhängige Organisation, deren Legitimität anerkannt sei.

Erdoğan sagte, der Einsatz von Chemiewaffen sei "das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Beide Präsidenten erörterten Erdoğans Büro zufolge auch Möglichkeiten für einen Frieden in Syrien und ihre gemeinsamen Bemühungen, eine Waffenruhe auf das gesamte Land auszudehnen.

Vor wenigen Tagen hatte Putin bereits angekündigt, dass Russland bei den Vereinten Nationen um offizielle Ermittlungen zu dem Giftgasangriff in Syrien bitten werde. Russlands Generalstabschef Sergej Rudskoi sagte, die syrische Regierung sei bereit, internationale Experten einen Militärstützpunkt nach Hinweisen auf Chemiewaffen untersuchen zu lassen. Dabei handelt es sich um die Luftwaffenbasis Al-Schairat, die die USA angegriffen hatten.

Bei dem Einsatz von Chemiewaffen am 4. April im von syrischen Rebellen beherrschten Chan Scheichun waren mehr als 80 Menschen getötet worden. Die USA und andere westliche Staaten werfen dem syrischen Militär den Einsatz von Giftgas vor. Die USA griffen als Reaktion den Luftwaffenstützpunkt Al-Schairat an, von dem die Flugzeuge für den Chemiewaffenangriff gestartet sein sollen.

Russland und die syrische Regierung begründen den Giftgas-Vorfall damit, dass ein konventioneller Luftangriff ein Chemiewaffenlager der Rebellen getroffen habe. Eine OPCW-Expertengruppe für Syrien untersucht den Vorfall. Ergebnisse sollen in drei Wochen vorliegen.