Paraguays Präsident Horacio Cartes hat seine umstrittenen Bestrebungen nach einer erneuten Kandidatur um das höchste Staatsamt aufgegeben. In einer Erklärung kündigte Cartes am Montag an, er werde 2018 keinesfalls antreten.

Sein Vorhaben, eine erneute Kandidatur durch eine Verfassungsänderung zu ermöglichen, hatte Ende März schwere Proteste ausgelöst. Bei den Unruhen wurde ein Mensch getötet, Hunderte wurden verletzt. In einem Brief an den Erzbischof von Asunción schrieb Cartes, er sei von Papst Franziskus inspiriert worden. Das Kirchenoberhaupt hatte zu einer friedlichen politischen Lösung aufgerufen.

Mit seiner Verzichtserklärung wolle Cartes zudem den Dialog zur Stärkung der  staatlichen Institutionen vertiefen, teilte Cartes mit. Paraguays Verfassung sieht nur eine Amtszeit für den Präsidenten vor. Der Senat des Landes verabschiedete im vergangenen Monat aber einen Verfassungszusatz, der die Mandatsbegrenzung lockert. Eine Sprecherin von Cartes' Colorado-Partei sagte nun, die Verzichtserklärung des Präsidenten mache den Verfassungszusatz nicht hinfällig. Die Parteiführung habe entschieden, an der Verfassungsänderung festzuhalten.

Die Opposition übte heftige Kritik an dieser Entscheidung. "Die Äußerungen des Präsidenten werden erst glaubwürdig, wenn die Regierungspartei die Verfassungsänderung zu den Akten legt", sagte der Oppositionspolitiker Roberto Acevedo von der Liberalen Partei. Die Erklärung von Präsident Cartes allein sei "nicht ausreichend".

Diese Woche sollten neue Vermittlungsversuche im Streit zwischen Regierung und Opposition in Paraguay starten: Am Dienstag wurde in Paraguay ein Gesandter von US-Präsident Donald Trump erwartet, am Donnerstag sollte dann der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro, in das lateinamerikanische Land reisen.