Der ehemalige iranische Präsident, Mahmud Ahmadinedschad, hat sich als Kandidat für die kommende Präsidentschaftswahl registrieren lassen. Wie iranische Staatsmedien und die Nachrichtenagentur AP berichten, reichte Ahmadinedschad seine Bewerbungsunterlagen am Mittwoch ein.

Die Kandidatur kommt überraschend. Im September 2016 hatte Ahmadinedschad noch mitgeteilt, nicht antreten zu wollen. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, hätte ihm von einer Bewerbung abgeraten, begründete Ahmadinedschad seinen Verzicht damals.

Daraufhin hatte sich Ahmadinedschad zunächst hinter die Kandidatur seines früheren Stellvertreters Hamid Baghai gestellt. Dieser will als unabhängiger Kandidat antreten. Das Vorhaben, Baghai zu unterstützen, bekräftigte Ahmadinedschad am Mittwoch: Er stehe zu seinem Versprechen, nicht selbst anzutreten. Seine Registrierung als Kandidat diene "lediglich der Unterstützung Baghais".

Seit Dienstag und bis einschließlich Samstag können sich Kandidaten für die Präsidentschaftswahl registrieren lassen. Die Bewerber werden anschließend vom Wächterrat geprüft. Am 27. April wird die endgültige Kandidatenliste bekanntgegeben, am 19. Mai wird der neue Präsident der Islamischen Republik Iran gewählt. Seit August 2013 besetzt Hassan Ruhani das Amt.

Ahmadinedschad war von 2005 bis 2013 der sechste iranische Präsident. Er gilt als Hardliner, der immer wieder für Spannungen mit dem Westen gesorgt hatte. Unter anderem baute er das Atomwaffenprogramm des Landes aus und rief zur Zerstörung Israels auf.