Durch Luftangriffe der US-geführten Militärkoalition in Syrien und im Irak sind nach US-Angaben seit Beginn der Angriffe gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mindestens 229 Zivilisten unbeabsichtigt getötet worden. Das teilte das US-Zentralkommando mit. Die Zahlen beinhalten noch nicht die mutmaßlich getöteten Zivilisten durch die Angriffe auf die nordirakische Stadt Mossul im März.

Das US-Militär teilte mit, es bedaure den Tod der Zivilisten und es drücke den Familien und anderen Betroffenen tiefstes Beileid aus. Derzeit untersuche man zudem 43 weitere Berichte über getötete Zivilisten.

Menschenrechtsgruppen halten die von den USA genannten Opferzahlen für zu gering. So sind nach Angaben der Organisation Airwars durch die 2014 gestartete Militäroperation mehr als 2.800 Zivilisten gestorben – ein Vielfaches der vom US-Militär genannten 229 Toten.

Der US-geführten Koalition gehören mehr als 60 Länder an. Die deutsche Bundeswehr stellt für die Militärkoalition Aufklärungs- und Tankflugzeuge zur Verfügung. An Angriffen ist sie nicht beteiligt.

In Mossul wurden bei einer besonders verheerenden Attacke am 17. März mehr als 100 Zivilisten getötet. Das US-Militär ermittelt zu dem Vorfall. Es teilte aber bereits mit, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass die USA eine Mitschuld an der Tragödie hätten. Mossul ist die letzte große vom IS gehaltene Stadt im Irak. Die Miliz setze nach Einschätzung der US-Koalition Zivilisten als menschliche Schutzschilde ein, um die gemeinsame Offensive der irakischen Streitkräfte mit der US-geführten Koalition abzuwehren.