G20-Frauengipfel - Ivanka Trump will sich für Frauenrechte einsetzen Beim G20-Frauengipfel in Berlin sagte Ivanka Trump, sie wolle Frauen in der Arbeitswelt unterstützen. Trump gilt als eine der einflussreichsten Beraterinnen ihres Vaters, des US-Präsidenten. © Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

Die Tochter des US-Präsidenten, Ivanka Trump, hat ihre derzeitige politische Rolle noch als klein und sich selbst als Neuling bezeichnet. "Ich bin noch ganz am Anfang", sagte Trump in Berlin bei einem internationalen Gipfel zur Stärkung der Rolle von Frauen, dem Women20 Summit. Zu ihrer Position als First Daughter und Assistentin des US-Präsident Donald Trump sagte sie: "Ich bin auch ganz neu in dieser Rolle." Ziel ihres Besuchs in Berlin sei es, "zuzuhören und zu lernen und Rat zu suchen". Sie werde "Wissen und Ratschläge zurück in die USA und zu meinem Vater bringen".

Trump sprach sich auf der Konferenz für mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen aus. In den USA seien die Probleme in dieser Frage zwar geringer als anderswo, doch auch dort gebe es noch Nachholbedarf – etwa bei der Zahl der Frauen, die Unternehmen führen. "Wir sind noch lange nicht am Ziel."

In diesem Zusammenhang verteidigte sie ihren Vater gegen Kritik, die er sich mit früheren abschätzigen Kommentaren über Frauen eingehandelt hatte. Sie wisse aus eigener Erfahrung, dass ihr Vater eine positive Haltung gegenüber Frauen habe und auch ihre Rolle in der Arbeitswelt schätze, sagte Trump. Er sei "fest davon überzeugt, dass Frauen das Potenzial und das Können besitzen, den Job genauso gut wie Männer" zu erledigen. "Die Tausende von Frauen, die über Jahrzehnte im Privatsektor für meinen Vater gearbeitet haben, legen davon Zeugnis ab."

Als Beleg führte Ivanka Trump auch sich selbst an. "Ich konnte alles erreichen, was ich erreichen wollte. Ich konnte den Weg gehen, den ich gehen wollte." Ihr Vater habe ihr alles ermöglicht. "Es gab keinen Unterschied zwischen mir und meinen Brüdern."

Im US-Wahlkampf hatten mehrere Frauen Belästigungsvorwürfe gegen Donald Trump erhoben. Zudem war ein Videomitschnitt mit abfälligen Äußerungen Trumps über Frauen aufgetaucht. Auch dazu äußerte sich Ivanka Trump. Sie kenne die Kritik, könne aber aus persönlicher Erfahrung sagen, dass ihr Vater ein "enormer Unterstützer" der Stärkung von Frauen und Familien sei.

Merkels Schwierigkeiten mit dem Feminismus

Auf dem Podium wurde auch der Feminismus thematisiert. Nachdem Ivanka Trump und auch IWF-Chefin Christine Lagarde bejaht hatten, Feministinnen zu sein, wurde die Frage auch Angela Merkel (CDU) gestellt. Mit einer Antwort tat sich die Kanzlerin schwer: "Ehrlich gesagt möchte ich …", begann Merkel und verstummte.

Während ihre Sitznachbarin Lagarde Merkel daraufhin durch Klatschen zu einer Antwort ermuntern wollte, sammelte Merkel ihre Gedanken und entgegnete schließlich, dass es zwischen ihr und Feministinnen "Gemeinsamkeiten und Unterschiede" gebe. Feministinnen wie Alice Schwarzer hätten in der Vergangenheit "schwere Kämpfe" ausgefochten, sagte die Kanzlerin. Da wolle sie nun nicht einfach herkommen und behaupten, sie sei Feministin.

"Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken", sagte Merkel. Mit nach Hause von der Veranstaltung nehme sie nun "den Zwang darüber nachzudenken, ob ich Feministin bin oder nicht".

Bundesregierung wirkte auf Einladung hin

Das Weiße Haus hatte vor Ivanka Trumps Reise nach Berlin mitgeteilt, dass die Tochter des Präsidenten auf "direkte Einladung" der Kanzlerin reise. Vizeregierungssprecher Georg Streiter stellte am Montag klar, dass sie auf Einladung des Verbands deutscher Unternehmerinnen komme – dass diese Einladung aber auf einen "Wink" der Bundesregierung erfolgt sei.

Die Idee zu Trumps Besuch entstand bei Merkels Washington-Besuch im März. Dort hatte die Kanzlerin erstmals die Tochter des US-Präsidenten getroffen, der großer Einfluss auf die Politik im Weißen Haus nachgesagt wird. Präsident Trump ernannte die 35-Jährige kürzlich offiziell zu seiner Beraterin, sie hat ein eigenes Büro im Weißen Haus. Auch ihr Mann Jared Kushner wirkt als Präsidentenberater im Weißen Haus.

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Women20 ist Teil des Dialogprozesses der G20 – der Runde der führenden Industrie- und Schwellenländer. Das W20-Format bringt regelmäßig Vertreterinnen von Wirtschaft, Verbänden und Politik zusammen. Sie beraten darüber, wie die wirtschaftliche Lage von Frauen und ihre Stellung am Arbeitsmarkt verbessert werden kann und wie ihnen Wege ins Unternehmertum eröffnet werden können. Deutschland hat in diesem Jahr die G20-Präsidentschaft inne und richtet im Sommer den G20-Gipfel aus.