WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat Spekulationen über eine Zusammenarbeit der Enthüllungsplattform mit der russischen Regierung zurückgewiesen. "Wir erhalten keine Unterstützung oder Finanzierung aus Russland", sagte Assange dem Fernsehsender CNN Español. Seine Enthüllungsplattform habe mehr als 600.000 Dokumente über Russland und 2,3 Millionen Dokumente über dessen Verbündeten Syrien veröffentlicht. "Es gibt keine Beziehung zwischen WikiLeaks und Russland. Im Gegenteil: WikiLeaks hat aggressiv über Russland und seine Alliierten publiziert", sagte Assange.

Vor wenigen Tagen hatte CIA-Chef Mike Pompeo WikiLeaks als "feindlichen Geheimdienst" bezeichnet und der Plattform vorgeworfen, in vielen Fällen von staatlichen Akteuren wie Russland angetrieben zu werden. Pompeo berief sich dabei auf die jüngsten WikiLeaks-Veröffentlichungen, die Dokumente aus dem Präsidentschaftswahlkampf der US-Demokraten beinhalteten. Die US-Geheimdienste hatten bereits vor Monaten erklärt, der Wahlkampf im vergangenen Herbst sei von russischen Hackern manipuliert worden.

Assange sagte nun im CNN-Interview, er sehe keine Anhaltspunkte dafür, dass der heutige US-Präsident Donald Trump von Russland unterstützt wurde. Wenn WikiLeaks Informationen darüber erhielte, würde die Enthüllungsplattform diese veröffentlichen. Jedoch erhalte WikiLeaks seine Informationen nicht von Regierungen. "Unsere Quelle ist kein Staat – weder Russland noch China", sagte Assange.  

Der WikiLeaks-Gründer hält sich seit Mitte 2012 in Ecuadors Botschaft in London auf. Der 45-jährige Australier war dorthin geflohen, um einer Festnahme durch die britische Polizei und schließlich einer Auslieferung an Schweden zu entgehen, wo er zu Vergewaltigungsvorwürfen befragt werden sollte. Letztlich fürchtete Assange aber stets, dass er an die USA überstellt werden könnte, wo ihm wegen der Veröffentlichung Hunderttausender geheimer US-Dokumente über WikiLeaks eine lange Haftstrafe droht.