Verwirrung um USS Carl Vinson: Vor zehn Tagen hatte das US-Pazifikkommando mitgeteilt, der Flugzeugträger sei – begleitet von einem Kampfflugzeug-Geschwader, zwei Lenkwaffenzerstörern und einem Kreuzer – auf dem Weg in koreanische Gewässer. Allerdings ist der Flottenverband dort bis heute noch nicht angelangt. Wie das Pentagon inzwischen eingeräumt hat, hatte die USS Carl Vinson erst Kurs in die entgegengesetzte Richtung genommen, um vor der Küste Australiens an einem Manöver teilzunehmen.

Sowohl der US-Sender CNN als auch die New York Times berichten von "Kommunikationsfehlern" zwischen der US-Regierung und Teilen des Militärs. So habe Verteidigungsminister James Mattis eine fehlerhafte Erklärung abgegeben und die Navy vorschnell die Verlegung des Flugzeugträgers in koreanische Gewässer gemeldet. Geplant war aber, dass der Flugzeugträger zunächst an einer Militärübung mit Australien im Indischen Ozean teilnehmen soll. Eine Aufnahme der US-Marine vom Osterwochenende zeigte die USS Carl Vinson denn auch vor der indonesischen Insel Java – mehr als 5.000 Kilometer von der Koreanischen Halbinsel entfernt.

Wann der Verband nun wirklich an seinem Ziel ankommen soll, konnten sowohl ein Pentagon-Sprecher als auch der Sprecher des Pazifikkommandos nicht genau datieren. Demnach soll sich der Flugzeugträger "innerhalb der nächsten 24 Stunden" in Richtung der Koreanischen Halbinsel in Bewegung setzen und irgendwann ab der kommenden Woche dort ankommen.

Die Entsendung der Schiffe schürte weltweit Sorgen, dass der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm in eine militärische Konfrontation münden könnte. US-Präsident Donald Trump hatte bereits mehrfach mit einem Alleingang gedroht und die Abordnung des Flottenverbands mit den Worten kommentiert: "Wir schicken eine Armada. Sehr mächtig." Seitens der kommunistischen Führung in Pjöngjang hieß es, man sei bereit, auf "jegliche Art von Krieg" seitens der USA zu reagieren. Am vergangenen Samstag dann demonstrierte Nordkorea anlässlich des wichtigsten Nationalfeiertags mit einer Militärparade seine Stärke.

Die USA entsenden regelmäßig Flugzeugträger in die Gewässer um Nord- und Südkorea. So hatte beispielsweise die USS Carl Vinson vergangenen Monat auch an den jährlich stattfindenden Militärmanövern der USA und Südkorea teilgenommen. Die Manöver werden von Nordkorea als Vorbereitung einer Invasion bezeichnet.