Im Osten der Ukraine ist ein Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) getötet worden. Zwei weitere Mitarbeiter seien verletzt worden, teilte die OSZE mit. Unter den Verletzten sei eine deutsche Frau, der getötete Beobachter sei Amerikaner, teilte das österreichische Außenministerium mit. Der Wagen der Beobachter sei in der Nähe von Luhansk auf eine Mine gefahren.

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz schrieb auf Twitter: "Der Tod eines Kollegen ist ein Schock für die ganze OSZE." Der konservative Politiker forderte volle Aufklärung. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, es müsse alles getan werden, um das Geschehen aufzuklären und den Verantwortlichen zu finden. Die Konfliktparteien müssten "endlich den seit Langem verabredeten Waffenstillstand vollständig einhalten". Dabei komme den von Russland unterstützten Separatisten eine besondere Verantwortung zu.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte: "Jemand, der nur mithelfen wollte, Frieden und ein Ende der Kämpfe zu schaffen, hat heute sein Leben verloren." Es sei im Interesse aller, allen voran der Konfliktparteien an der Kontaktlinie, dass die OSZE-Beobachter ihrer wichtigen und unentbehrlichen, gleichzeitig schwierigen und gefährlichen Arbeit nachgehen könnten, so Gabriel.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko schrieb auf Facebook: "Die Sicherheit und Handlungsfreiheit der Beobachter muss garantiert sein."

Die OSZE bestätigte auf ihrem allgemeinen Twitteraccount, dass eine Patrouille in einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall verwickelt gewesen sei. Über Details will die Organisation in den sozialen Netzwerken berichten.

Die OSZE überwacht die Waffenruhe im zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen umkämpften Osten des Landes. Immer wieder wird die Waffenruhe jedoch gebrochen. In dem Konflikt sind seit April 2014 mehr als 10.000 Menschen getötet worden. Als Auslöser gelten der Regierungswechsel in Kiew nach monatelangen prowestlichen Protesten und die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland.

Durch den Konflikt hat die ukrainische Regierung die Kontrolle über knapp 400 Kilometer Grenze zu Russland verloren. An der Front stehen Schätzungen zufolge bis zu 50.000 schwer bewaffnete Separatisten etwa 65.000 Regierungssoldaten gegenüber. OSZE-Mitarbeiter klagen immer wieder, keinen freien Zugang zu allen Bereichen zu haben und bedroht zu werden. Ziele wie Wahlen, Verfassungsänderungen zur Teilautonomie der Region oder Grenzkontrolle durch die ukrainische Regierung sind in weiter Ferne. Die EU wirft der Regierung in Moskau die Unterstützung der Rebellen vor und verhängte umfassende Sanktionen gegen Russland.