Die Zahl der beim Einsatz der größten nichtatomaren US-Bombe in Afghanistan getöteten IS-Kämpfer ist auf 94 gestiegen. Das teilte Gouverneurssprecher Ataullah Chogjani mit. Unter den Toten seien mindestens vier Anführer der Terrormiliz. Von zivilen Toten war nicht die Rede. Der Räumungseinsatz in dem Komplex wird laut Chogjani fortgeführt.

Die USA hatten die "Mutter aller Bomben" (Moab) am Donnerstag auf einen Tunnel- und Höhlenkomplex in der Provinz Nangarhar nahe der pakistanischen Grenze abgeworfen. Darin sollen sich Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" verschanzt haben. Das afghanische Verteidigungsministerium hatte am Freitag von 36 Toten gesprochen.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums erfolgte der Schlag, um das Risiko für afghanische und US-Streitkräfte zu reduzieren, während die "Clearing-Operation" in der Region läuft – gegen Kämpfer des IS und ihre Einrichtungen. In dem Gebiet hatte es in den vergangenen Wochen schwere Gefechte zwischen afghanischen Sicherheitskräften und IS-Kämpfern gegeben.

Abgeworfen wurde der mehrere Meter lange Sprengkörper nach Angaben des Pentagons von einer MC-130-Transportmaschine. Die Bombe wiegt etwa 10.000 Kilogramm. Mit mehr als 8.000 Kilogramm Sprengstoff hat sie die größte Sprengkraft aller nicht-nuklearen Bomben des US-Militärs. Die Waffe war 2003 während des zweiten Irakkrieges entwickelt worden, um große Truppenansammlungen oder Bunkeranlagen zu treffen. Nach US-Medienberichten wurde sie noch nie bei Kampfhandlungen eingesetzt.

Ihre militärische Bedeutung ist umstritten, sie gilt wegen ihrer schieren Größe und der enormen Druckwelle vor allem als Mittel der psychologischen Kriegsführung. Nur Russland besitzt eine noch stärkere nicht-nukleare Bombe, eine sogenannte Aviation Thermobaric Bomb of Increased Power. Sie hat die vierfache Sprengkraft einer Moab.