Diplomatie - Papst fordert Gespräche für Nordkorea-Konflikt Papst Franziskus hat eine diplomatische Lösung des Nordkorea-Konflikts gefordert. Ein Krieg würde zur Auslöschung eines großen Teiles der Menschheit führen, sagte er auf dem Rückflug von seiner Ägypten-Reise. © Foto: Mohamed El-Shahed/AFP/Getty Images

Papst Franziskus hat zu einer diplomatischen Lösung im Nordkorea-Konflikt aufgerufen. Ein Krieg könne "einen guten Teil der Menschheit, der Kultur, zerstören", sagte der Papst im Flugzeug auf dem Weg von Kairo nach Rom. "Es wäre schrecklich. Ich glaube, die Menschheit könnte das heute nicht aushalten."

Die Vereinten Nationen (UN) müssten in der Krise ihre Vermittlungen verstärken. Franziskus schlug vor, dass ein Staat wie beispielsweise Norwegen versuchen sollte, zwischen Nordkorea und den USA zu vermitteln. Dennoch sollten die Vereinten Nationen wieder die Führung in der Diplomatie unternehmen. Der Papst äußerte sich auch zu anderen Themen. So sagte er, er sei offen für eine Audienz mit Donald Trump. "Ich empfange jeden Staatschef, der nach einer Audienz fragt", so Franziskus. Seinen kürzlich gezogenen Vergleich von Flüchtlingslagern und Konzentrationslagern verteidigte der Papst:  "Das war kein Lapsus Linguae (sprachlicher Fehler, Red.). Es gibt Flüchtlingslager, die richtige Konzentrationslager sind", sagte er

Mittlerweile ist das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom gelandet und hat damit seine zweitägige Ägypten-Reise beendet. Durch seinen Besuch wollte der Papst für Frieden und für eine ökumenische Annäherung an die koptische Kirche werben, die größte christliche Gemeinschaft im mehrheitlich muslimischen Ägypten. Der Abschlussgottesdienst in Kairo fand unter massiv erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in einem Stadion der Luftwaffe statt. Vor drei Wochen waren bei islamistischen Anschlägen auf zwei koptische Kirchen in Tanta und Alexandria 45 Menschen gestorben.

Ägypten - Papst Franziskus feiert Messe in Kairo Rund 20.000 Gläubige kamen zur Messe am Ende der zweitägigen Ägypten-Reise von Papst Franziskus. Das Oberhaupts der katholischen Kirche feierte die Messe im Stadion eines Luftwaffenstützpunktes. © Foto: Amr Abdallah Dalsh/Reuters

Übung von US-Flugzeugträger mit südkoreanischer Marine beginnt

Unterdessen haben sich die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea weiter verschärft. Nachdem Nordkorea erneut mit einem – wenn auch gescheiterten – Raketentest provoziert hatte, begann der US-Flugzeugträger USS Carl Vinson eine gemeinsame Übung mit der südkoreanischen Marine. Einem Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums zufolge war der Flugzeugträger kurz vorher vor Ort eingetroffen. Wie lange die Übung dauern soll, sagte der Sprecher nicht. Die chinesische Führung mahnte Nordkorea und die USA, es nicht zu einer Eskalation kommen zu lassen.

Die zehn Mitgliedsländer der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean) sind zunehmend beunruhigt über die Entwicklungen im Nordkorea-Konflikt. "Jeder ist besorgt, niemand klatscht Beifall", sagte der philippinische Präsident Rodrigo Duterte beim Asean-Gipfel in Manila. Er forderte die Vereinigten Staaten dazu auf, vorsichtig und geduldig zu bleiben. Jede Fehleinschätzung könne in einer Katastrophe enden.

Nordkoreanische Staatsmedien hatten gedroht, die Streitkräfte des Landes könnten die amerikanische USS Carl Vinson mit einem einzigen Angriff versenken. Das kommunistisch regierte Land testet seit Langem Raketen, obwohl die UN die Tests untersagen. Zuletzt warnte US-Außenminister Rex Tillerson bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates vor katastrophalen Folgen, wenn man Nordkorea gewähren lasse. Die USA erhoffen sich von China, dass das Land mehr Druck auf seinen Verbündeten Nordkorea ausüben wird.

Pjöngjang - Nordkorea testet trotz Warnungen erneut Rakete Trotz des Drucks aus den USA und China hat Nordkorea erneut eine Rakete getestet. Nach amerikanischen und südkoreanischen Angaben zerbrach sie am Samstag wenige Minuten nach dem Start. © Foto: KCNA/Reuters