Die südkoreanische Regierung hat den Raketentest Nordkoreas verurteilt. Man werde "entschieden" auf weitere nordkoreanische Provokationen reagieren, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Präsidentenamt. Auch andere Länder äußerten sich dazu, dass Nordkorea trotz der Mahnungen seines Verbündeten China abermals eine Rakete zündete.

Die US-Regierung reagierte zurückhaltend. Mit dem Test sei zu rechnen gewesen, sagte ein Berater von Vizepräsident Mike Pence, der kurz nach dem Vorfall zum Auftakt seiner zehntägigen Asienreise in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul eintraf. Die gute Nachricht sei, dass der Test schon nach fünf Sekunden gescheitert sei, sagte der Berater.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich nicht zu der Übung. Sein Verteidigungsminister James Mattis teilte lediglich mit, dass Trump und sein Militärteam den erfolglosen Raketenstart zur Kenntnis genommen hätten und sagte: "Der Präsident hat dazu keinen weiteren Kommentar."

Die Bundesregierung bezeichnete den neuen Raketentest Nordkoreas als "klaren Bruch des Völkerrechts". "Wir verurteilen den Konfrontationskurs des Regimes in Pjöngjang im Namen der Bundesregierung und fordern Nordkorea zur Rückkehr zu internationalen Normen auf", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Besorgt zeigte sich die britische Regierung. Sie verfolge die Situation sehr aufmerksam, erklärte das Außenministerium in London. Außenminister Boris Johnson forderte Nordkorea auf, sein Atomwaffenprogramm zu beenden und UN-Resolutionen zu befolgen, die zur Sicherung von "Frieden und Stabilität" in der Region beschlossen worden seien.

Bis wohin die Raketen gelangen könnten

Radien um Nordkorea in Kilometern

Nordkorea hatte trotz verschärfter Spannungen zu Südkorea und den USA erneut eine Rakete getestet. Der Versuch schlug allerdings fehl. US-Angaben zufolge explodierte das Geschoss, möglicherweise eine Mittelstreckenrakete vom Modell KN-15, bereits kurz nach dem Start an der Ostküste. 

Der Test ereignete sich einen Tag nach den Feierlichkeiten in Nordkorea zum 105. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung, dem Großvater von Machthaber Kim Jong Un, und nur wenige Stunden vor der Ankunft von Pence in Südkorea. Pence will vor dem Hintergrund verstärkter Sorgen um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm die Solidarität der USA mit dem südkoreanischen Verbündeten bekunden.