Russland hat die USA vor einem militärischen Eingreifen gegen Nordkorea gewarnt. "Ich hoffe, dass es keine einseitigen Schritte der USA wie in Syrien geben wird", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow der russischen Presseagentur Interfax. Wenn die USA im Alleingang Gewalt einsetzen wollten, sei das "ein sehr riskanter Weg".

Lawrow erinnerte daran, dass US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf versprochen habe, militärische Interventionen zu unterlassen. China sprach ebenfalls von einer "sehr heiklen und gefährlichen Lage" und rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Japans Ministerpräsident Shinzō Abe mahnte diplomatische Bemühungen sowie Druck an, um Nordkorea zu einem ernsthaften Dialog zu bewegen.

Trump hatte gedroht, dass die USA, sollte China nicht den Druck auf das Regime in Pjöngjang erhöhen, zum Alleingang in Nordkorea bereit wären. Sein Vizepräsident Mike Pence hatte bei einem Besuch in der entmilitarisierten Zone nahe der innerkoreanischen Grenze ebenfalls angekündigt, dass die "Ära der strategischen Geduld" gegenüber Nordkorea seitens der USA beendet sei. Trumps Nationaler Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster sprach davon, dass die USA sich mit Südkorea, Japan und China einig seien, dass es an der Zeit sei, "alle erdenklichen Maßnahmen zu ergreifen – vor einer militärischen Option –, um das Problem friedlich zu lösen".

Der Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm hatte sich in den vergangenen Tagen verschärft: Am Sonntag, einen Tag nach den Feiern zum 105. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung, hatte Nordkorea einen erneuten Raketentest durchgeführt. Nach Angaben des südkoreanischen und des amerikanischen Militärs scheiterte die Rakete jedoch kurz nach dem Start. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Abschuss ballistischer Raketen.